Austausch in Gruppen ab fünf Personen: Das ist die Form der Beteiligung am synodalen Prozess im Bistum Basel (Symbolbild). | © franckreporter/iStockphoto
18.10.2021 – Aktuell

Jetzt hat die Zeit der Gruppengespräche begonnen

Die erste Phase des Prozesses zur Synode von 2023 ist gestartet

Eine Synode, die mit dem Reden und Zuhören aller Gläubigen beginnt? Genau das ist seit dieser Woche in Gang, in der Weltkirche, in der Schweiz, im Bistum Basel.

«Heute beginnt die Synode 2023», schreibt Bischof Felix Gmür in seiner Botschaft zur Eröffnung des synodalen Prozesses, die am Sonntag, 17. Oktober, in manchen Gottesdiensten verlesen wurde. Die Bischöfe von Basel, Chur und St. Gallen laden alle Gläubigen ein, in Gruppen von mindestens fünf Personen miteinander ins Gespräch zu kommen und ihre Antworten auf einen Fragekatalog über die Internetseite www.wir-sind-ohr.ch gemeinsam einzugeben. Laut der Botschaft von Bischof Gmür geht es um zwei grosse Fragen:

  1. Wie soll die Kirche aussehen, damit die Menschen unserer Zeit die Frohe Botschaft von Jesus Christus hören und danach leben können?
  2. Welche Schritte können wir selber tun?

Der Bischof empfiehlt, dass Personen unterschiedlicher Überzeugungen, unterschiedlichen Alters und in unterschiedlichen Lebensumständen gemeinsam nach dem Weg suchen, der die Kirche weiterführt. Manche Pastoralräume und Pfarreien bieten von sich aus einen Rahmen für Gruppengespräche an. Andere haben nicht einmal die Botschaft des Bischofs im Gottesdienst verlesen. Es steht aber allen Kirchenmitgliedern frei, sich aus eigener Initiative mit anderen zu einer Gruppe zusammenzutun.

Der Zeitraum für die Gruppengespräche dauert bis am 30. November. Am Ende des zweijährigen synodalen Prozesses der Weltkirche wird eine Bischofssynode im Oktober 2023 in Rom stehen.

Christian von Arx

 

Das will das Bistum von den Gläubigen wissen

Nachstehend die Themenfelder und Fragen, wie sie die Bistümer Basel, Chur und St. Gallen für den Synodalen Prozess 2021–2023 formuliert haben. Sie orientieren sich am Vorbereitungsdokument «Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung», Abschnitt Nummer 30, veröffentlicht am 7. September 2021 im Vatikan.

 

Themenfeld 1: Die Weggefährten

1.1 Wenn wir von «unserer Kirche» sprechen, wer gehört aus Ihrer Sicht zu unserer Kirche?

1.2 Welche Menschen werden tatsächlich aussen vor gelassen, absichtlich oder ungewollt?

1.3 Welche religiösen Gruppen gestalten das Leben in Ihrer Pfarrei/in Ihrem Pastoralraum/Ihrer Seelsorgeeinheit oder im Bistum aktiv?

 

Themenfeld 2: Zuhören

2.1 Wo fühlen Sie sich in der Kirche (als Mann, Frau, Laie, Jugendlicher, queere Person etc.) gehört?

2.2 Wo fühlen Sie sich in der Kirche (als Mann, Frau, Laie, Jugendlicher, queere Person etc.) nicht gehört?

2.3 Wo hören wir als Kirche der Stimme von Minderheiten, Ausgeschlossenen und Randgruppen zu?

2.4 Was betrachten Sie als Hindernis, besser aufeinander hören können?

 

Themenfeld 3: Das Wort ergreifen

3.1 Wie erleben Sie innerhalb der kirchlichen Gemeinschaft Kommunikation?

3.2 Was erleichtert es Ihnen zu sagen, was Ihnen am Herzen liegt?

3.3 Was hindert Sie zu sagen, was Ihnen am Herzen liegt?

 

Themenfeld 4: Feiern

4.1 Auf welche Weise inspirieren und orientieren das Gebet und die Gottesdienste das «gemeinsame Gehen», also das Leben in Ihrer Gruppe oder Ihrer Gemeinschaft?

4.2 Wie, aus welchem Geist, treffen Sie Ihre wichtigsten Entscheidungen? Inwiefern hören Sie dabei auf das Wort Gottes?

4.3 Was wird bei Ihnen getan, um die aktive Teilnahme aller Gläubigen an den Gottesdiensten zu fördern?

 

Themenfeld 5: Mitverantwortung in der Sendung

5.1 Was hilft Ihnen als Getaufte/r, für das Evangelium, den Glauben und die Kirche einzustehen?

5.2 Wie unterstützt Ihre kirchliche Gemeinschaft die eigenen Mitglieder, die in einem Dienst in der Gesellschaft engagiert sind (sozial, ökologisch, wissenschaftlich, politisch etc.)?

5.3 Wie erleben Sie das Zusammenspiel zwischen Pfarrei und Kirchgemeinde?

 

Themenfeld 6: In der Kirche und Gesellschaft den Dialog führen

6.1 Wo/in welchen Augenblicken erleben Sie in der Kirche in Ihrem Umfeld einen guten Dialog (Austausch)?

6.2 Wie wird in Ihrem Kreis mit unterschiedlichen Sichtweisen oder Konflikten umgegangen?

6.3 Wo erleben Sie, dass die Kirche mit anderen Konfessionen, Religionen oder Instanzen der Gesellschaft (z.B. Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft …) in den Dialog tritt und von ihnen lernt?

 

Themenfeld 7: Austausch mit anderen christlichen Konfessionen

7.1 Welche Beziehungen pflegen Sie zu Christinnen und Christen anderer Kirchen, welche Früchte sind gereift, welche Schwierigkeiten sind entstanden?

 

Themenfeld 8: Autorität und Teilnahme

8.1 Wie werden in Ihrem kirchlichen Umfeld Entscheidungen vorbereitet und herbeigeführt? Wer entscheidet am Schluss?

8.1 Wie werden in Ihrem kirchlichen Umfeld (Pfarrei, Mission, Pastoralraum, Seelsorgeeinheit, Kirchgemeinde, Bistum …) Entscheidungen vorbereitet und herbeigeführt? Wer entscheidet am Schluss?

8.2 Wie und wo erleben Sie in Ihrem kirchlichen Umfeld Teamarbeit und Mitverantwortung (auch unter Einbezug der Freiwilligen)?

 

Themenfeld 9: Unterscheiden und Entscheiden.

9.1 In welchen Augenblicken erleben Sie Entscheidungsprozesse auch als geistliche Prozesse, getragen vom gemeinsamen Gebet und im Hören auf Gottes Wort?

9.2 Wie tragen Sie dazu bei, dass in Gesprächen eine Atmosphäre des Vertrauens wächst, in der jede Stimme gehört wird und jede Stimme auch als Stimme des Heiligen Geistes gehört wird?

9.3 Wie tragen Sie dazu bei, dass Transparenz und Rechenschaft bei Entscheidungen gefördert werden?

 

Themenfeld 10: Sich in der Synodalität bilden

10.1 Was brauchen Menschen, damit gegenseitiges Zuhören, ein Dialog und ein gemeinsamer Weg möglich werden?

10.2 Welche Hilfsmittel oder Hilfestellungen fördern aus Ihrer Sicht den Dialog und das gemeinsame Gehen?

 

Alle Informationen zum Mitmachen auf www.wir-sind-ohr.ch.