Im Austausch mit den Medien: Abt Peter von Sury und Mariano Tuschor, Leiter des Projekts «Aufbruch ins Weite – Mariastein 2021». | © Regula Vogt-Kohler
26.08.2021 – Aktuell

Grosse Pläne und Transparenz

Das Kloster Mariastein sucht seine Zukunft und legt die Finanzen offen

Die Sprachenvielfalt auf den Votivtafeln beim Eingang zur Gnadenkapelle zeigt es: Menschen aus der ganzen Welt pilgern nach Mariastein. Das Kloster habe eine Verantwortung dafür, dass dies weiterhin möglich sei, sagt Abt Peter von Sury. Zur Gestaltung der Zukunft von Kloster und Wallfahrtsort braucht es jedoch Investitionen, welche die Klostergemeinschaft nicht alleine tragen kann.

Seit Anfang 2019 leitet der langjährige Fernsehmann Mariano Tschuor das Projekt «Aufbruch ins Weite – Mariastein 2025». Zusammen mit Abt Peter von Sury hat er Medienvertreterinnen und -vertreter über das Vorhaben informiert und auch Blicke hinter die Kulissen gewährt. So durften die Medienschaffenden sich auf der Baustelle der sich in Reorganisation befindenden Bibliothek umsehen. «Wir machen die Bibliothek fit für die Zukunft, nicht nur für die Mönche, sondern auch für die weitere Öffentlichkeit», sagt Projektleiterin Gabriella Hanke Knaus. Die Kosten allein für diesen Bereich belaufen sich auf sechs Millionen Franken, die Hälfte davon für bauliche Massnahmen.

Das Zukunftsprojekt umfasst neben der Bibliothek aber auch die Neugestaltung des Klosterplatzes, die Neuausrichtung der Wallfahrt, die Instandstellung der Gebäude und ihre Umnutzung nach neuen Bedürfnissen und die Erarbeitung neuer Angebote in den Bereichen Bildung und Kultur. Die Gesamtkosten dafür werden auf rund 25 Millionen Franken veranschlagt. Das ist ein Betrag, der die Möglichkeiten der Klostergemeinschaft bei weitem übersteigt. Um die verschiedenen Pläne realisieren zu können, ist das Kloster auf externe Unterstützung angewiesen. Im Hinblick auf eine breite öffentliche Mittelbeschaffung legt das Benediktinerkloster seine Finanzen offen. «Die verschiedenen Adressaten haben einen berechtigten Anspruch auf Transparenz», heisst es in einer Broschüre.

Beim Medienrundgang orientierte Betriebsleiterin Theres Brunner über die finanzielle Situation des Klosters. Dieses verfüge zwar über ein Vermögen von immerhin 33 Millionen Franken, doch dieses bestünde zu einem grossen Teil aus Liegenschaften, deren Unterhalt eine grosse Aufgabe sei. Und die darin enthaltenen Darlehen seien ebenfalls immobiliengebunden. Nach der Wiederherstellung des Klosters 1971 habe die Mönchsgemeinschaft 20 Millionen in den Wiederaufbau investiert. Dieses Geld kam mehrheitlich aus dem Verkauf von Liegenschaften in den Exilorten Bregenz und Altdorf.

«Das Kloster lebt jetzt schon von den Reserven», berichtet Brunner. Das vergangene Jahr hat bei Ausgaben von 4,4 Millionen Franken mit einem Defizit von 600’000 Franken abgeschlossen. Das Kloster hofft nun darauf, dass sich auch die öffentliche Hand finanziell beteiligt.

Regula Vogt-Kohler