Unser Konsum heizt den Klimawandel an. Die steigenden Temperaturen lassen den Morteratschgletscher immer weiter schrumpfen. | © Regula Vogt-Kohler
31.07.2019 – Aktuell

Seit dem 29. Juli lebt die Welt ökologisch auf Pump

Das Budget der Natur für dieses Jahr ist bereits aufgebraucht

Die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen der Erde hat sich weiter intensiviert. Im vergangenen Jahr lag der «Welterschöpfungstag» auf dem 1. August, dieses Jahr bereits auf dem 29. Juli.

Das der «Weltüberlastungstag» schon wieder früher im Jahr stattfindet, sei «besorgniserregend», sagte Sven Würgler, Mitglied im Nationalen Medienteam der Klimastreikbewegung in der Schweiz, auf Anfrage. «Wir bräuchten genau das Gegenteil.» Die Menschen müssten diesen Tag nach hinten verschieben und mit aller Kraft an wirksamen und schnellen Massnahmen gegen die «Klimakrise» arbeiten, mahnt er.

Der Welterschöpfungstag beweise einmal mehr, wie «unlogisch» sich die Menschen verhielten. «Wir können keine Ressourcen verbrauchen, die wir nicht haben!» Sven Würgler erinnerte zudem daran, dass der Erschöpfungstag der Schweiz bereits am 7. Mai stattgefunden habe.

Auch die Umweltorganisation WWF Schweiz äusserte sich zum Welterschöpfungstag. Und zum verschwenderischen Umgang der Schweizerinnen und Schweizer mit den natürlichen Ressourcen. «Wenn jeder einen Lebensstil wie die Schweizer pflegen würde, bräuchte die Menschheit jedes Jahr rund drei Planeten, um den Bedarf zu decken», heisst es in einer Medienmitteilung.

Den Termin des Welterschöpfungstags errechnet das «Global Footprint Network», eine Forschungsgruppe mit Sitz im kalifornischen Oakland. Die Gruppe macht damit auf die wachsende Umweltzerstörung und die daraus resultierenden Probleme aufmerksam. Ihr zufolge rückt der Welterschöpfungstag immer weiter vor. 1971, im ersten Jahr des globalen Überkonsums, fiel er noch auf den 21. Dezember.

kna/bal; kath.ch