Wer bei der Rosenaktion der Ökumenischen Kampagne Rosen kauft, unterstützt auch Blumenarbeiterinnen in Kenia. (Foto: Nathalie Bertrams)
10.03.2018 – Hintergrund

Mit dem Flugzeug in unsere Vasen

Am Samstag, 10. März findet der Rosenverkauf der Ökumenischen Kampagne statt

Fasnacht, Valentinstag und jetzt die Rosenaktion der Ökumenischen Kampagne: Blumen sind zurzeit hoch im Kurs. Wie sieht es denn mit der Ökobilanz der weitgereisten dornigen Schönheiten aus?

Mehr als 100 000 Blumen suchen am traditionellen Rosenverkauf der Ökumenischen Fastenkampagne Abnehmer und Abnehmerinnen. Die Rosen sind in Kenia gewachsen und kommen mit dem Flugzeug in die Schweiz. Wie verträgt sich dieser CO2-intensive Transport mit dem Ziel der Kampagne? Unter dem Motto «Werde Teil des Wandels» zeigen die Hilfswerke Handlungsmöglichkeiten für einen nachhaltigeren Lebensstil auf. Eine davon ist, beim Einkaufen einen möglichst kleinen ökologischen Fussabdruck zu hinterlassen.

Geht das mit Blumen, die eine mehrstündige Flugreise zurückgelegt haben? «Das ist eine naheliegende Frage, die ab und zu an uns gerichtet wird», meint Madlaina Lippuner, Fachverantwortliche Online-Kommunikation und kirchliche Medien beim Fastenopfer. Verschiedene Studien würden jedoch belegen, dass Rosen, die in Ostafrika produziert werden, weniger CO2 verbrauchen als solche aus Holland oder der Schweiz.

Für die Berechnung der ökologischen Belastung sind mehrere Aspekte massgebend. Die CO2-Belastung durch den Transport ist nur ein Teil davon. Ins Gewicht fallen auch die Produktions- und Lagerbedingungen. Dank günstiger klimatischer Verhältnisse ist der Energieaufwand in Ostafrika oder Südamerika deutlich geringer als in unseren Breitengraden, wo in der kalten Jahreszeit die Gewächshäuser beheizt und beleuchtet werden müssen. «Im Sommer sieht das anders aus», sagt Lippuner. Dann sind saisongerechte Schnittblumen aus einheimischer Produktion, möglichst aus dem eigenen Garten, die ökologisch richtige Wahl.

Das Fairtrade-Gütesiegel der Blumen, die bei der Rosenaktion in den Verkauf gelangen, ist zudem eine Garantie dafür, dass neben ökologischen auch soziale und ökonomische Standards eingehalten werden. Diese enthalten unter anderem Mindestanforderungen an die Arbeitsbedingungen und Mindestpreise.
Wer die Ökobelastung bei der Rosenaktion auf ein absolutes Minimum beschränken will, kann dies mit dem Kauf einer virtuellen Rose tun. Sie duftet zwar nicht, aber sie sticht auch nicht und hat das ganze Jahr Saison. Letztes Jahr hat die Ökumenische Kampagne die App «Give a Rose» lanciert. Das Echo darauf sei sehr positiv gewesen, hält Lippuner fest.

Der Rosenverkauf ist seit 2005 fester Bestandteil der Ökumenischen Kampagne. Dieses Jahr stellt der Grossverteiler Coop mehr als 100 000 Rosen mit dem Fairtrade-Label der Max-Havelaar-Stiftung vergünstigt zur Verfügung. Der Erlös kommt Projekten der drei Hilfswerke Fastenopfer, Brot für alle und Partner sein zugute. Dieses Jahr werden unter anderem Bauernfamilien in Entwicklungsländern unterstützt, damit sie ihr traditionelles Saatgut weiterentwickeln können und nicht von der Saatgutindustrie abhängig werden.

Regula Vogt-Kohler