Die traditionelle ökumenische Martinsfeier in Pfeffingen fand dieses Jahr wegen Corona ausschliesslich im Freien statt. | © Regula Vogt-Kohler
10.11.2020 – Aktuell

«Tragt in die Welt nun ein Licht!»

Soldat, Mönch und Bischof: Mit dem heiligen Martin ist reiches Brauchtum verknüpft. Dieses Jahr können nicht alle Martinsfeiern im gewohnten Rahmen stattfinden.

Ein römischer Offizier, hoch zu Ross, der seinen roten Mantel mit einem Bettler teilt: Martin, der Soldat, der zum Mönch und zum Bischof wird, gehört zu den Heiligen, die auch dem oberflächlich betrachtenden Auge etwas hergeben. Und weil sich die Stationen seines langen Lebens mit den sich darum rankenden Legenden in reichem Brauchtum niedergeschlagen haben, ist Martin weit über den kirchlichen Bereich hinaus um seinen Jahrestag herum präsent. Laternenumzüge, die an die Lichterprozession bei der Überführung von Martins Leichnam nach Tours erinnern, sind fester Bestandteil des Jahresprogramms in Kindergärten und Schulen. Kein Wunder also, erfreut sich der heilige Martin auch bei Kindern grosser Beliebtheit.

Dieses Jahr ist jedoch der 11. November vielerorts vorbei gegangen, ohne dass kleine Lichter die dunklen Abende wenigstens punktuell erhellt hätten. So fiel auch in Binningen das traditionelle Martinsspiel mit Laternenumzug der Pandemie zum Opfer. An der Feier zu Ehren des Pfeffinger Kirchenpatrons festgehalten haben hingegen der Seelsorgeverband Angenstein und die Evangelisch-Reformierte Kirchgemeinde Aesch-Pfeffingen. Wegen Corona fand aber nicht nur die szenische Darstellung der Mantelteilung, sondern auch der Gottesdienst draussen statt, und der Spaghettischmaus fiel aus. Warm anziehen lautete die Devise – und natürlich Maske auf. «Tragt in die Welt nun ein Licht! Sagt allen: Fürchtet euch nicht!» hiess es im Schlusslied.

Zwar in der Kirche, aber in sehr reduzierter Form ging das Patrozinium in der römisch-katholischen Martinskirche in Olten über die Bühne. Normalerweise wird der Jahrestag des Kirchenpatrons zusammen mit dem Jahresfest der Martinsbruderschaft mit einer grossen Orchestermesse und einem Gastprediger begangen. Dieses Jahr war jedoch nur ein normaler Patroziniumsgottesdienst mit 30 Teilnehmenden möglich.

Regula Vogt-Kohler