Transparent mit einer Darstellung von Marguerite Bays, Mitglied des Dritten Ordens des heiligen Franziskus, an der Fassade des Petersdoms im Vatikan. | © KNA-Bild
14.10.2019 – Aktuell

Ein Beispiel für die «Heiligkeit des Alltags»

Papst Franziskus hat die Schweizerin Marguerite Bays heiliggesprochen

Am Sonntag, 13. Oktober hat Papst Franziskus fünf Menschen zur Ehre der Altäre erhoben. Unter den Heiliggesprochenen ist die Schweizer Näherin Marguerite Bays 1815-1879).

Marguerite Bays ist die einzige Laiin unter den fünf neuen Heiligen. «Das ist bemerkenswert und zeigt, dass jede und jeder von uns ein heiligmässiges Leben führen kann», sagte der Basler Bischof Felix Gmür, Vorsitzender der Schweizer Bischofskonferenz, im Gespräch mit der katholischen Nachrichtenagentur CIC in Rom. Bischof Gmür betonte mit Blick auf Bays auch, dass sie Familienzwistigkeiten überwunden habe. Auch darin sei sie ein Beispiel, dem viele Menschen im Alltag folgen könnten.

Die Macht des schlichten Gebets

Auch Papst Franziskus hatte die Schweizer Schneiderin in seiner Predigt als Beispiel für die «Heiligkeit des Alltags» genannt. Sie zeige, «wie mächtig das schlichte Gebet, das geduldige Ertragen, die stille Hingabe sind», sagte das Kirchenoberhaupt bei der Heiligsprechungsmesse auf dem Petersplatz.

Neben Gmür waren auch Charles Morerod, Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg sowie der dortige Weihbischof, Alain de Raemy, und der Apostolische Administrator des Bistum Chur, Peter Bücher, zu der feierlichen Zeremonie nach Rom gekommen. Für die Schweiz nahm Bundesrätin Karin Keller-Sutter an der Heiligsprechung teil. Sie zeigte sich erfreut darüber, dass eine einfache Näherin aus der Schweiz des 19. Jahrhunderts heiliggesprochen werde, heisst es in einer Medienmitteilung des Bundesrats. Vor der Zeremonie traf sie Papst Franziskus auch kurz persönlich, wobei sie ihm Grüsse des Bundesrats übermittelte. Ebenso stattete sie demnach auch der Päpstlichen Schweizergarde einen kurzen Besuch ab.

Prinz Charles in Rom

Neben Bays sprach der Papst Kardinal John Henry Newman (1801-1890) sowie drei Ordensfrauen heilig. Sieben Nationen hatten Vertreter zur Papstmesse geschickt. Für das britische Königshaus nahm Prinz Charles teil.

kath.ch / cic