Zusammenarbeit bei den Finanzen: Kirchgemeinden suchen nach Möglichkeiten zur Auslagerung der Finanz- und Lohnbuchhaltung. | © pixabay.com
07.12.2021 – Aktuell

Landeskirche BL mit leicht rotem Budget

Synode akzeptiert für 2022 einen Verlust von 456‘700 Franken

Für das Jahr 2022 rechnet die Römisch-katholische Landeskirche Baselland mit einem Verlust von 456‘700 Franken. Darüber zeigten sich aber weder der Landeskirchenrat noch die Synode beunruhigt.

Die Römisch-katholische Landeskirche Basel-Landschaft budgetiert für das Jahr 2022 einen Verlust von 456‘700 Franken, dies bei Gesamteinnahmen von 10,455 Mio. Franken und Gesamtausgaben von 10,912 Mio. Franken. Das Kirchenparlament, die Synode, hat dem vom Landeskirchenrat vorgelegten Budgetentwurf am 1. Dezember ohne Änderungen und ohne Gegenstimmen zugestimmt. Zum Vergleich: Für das Jahr 2021 hatte die Landeskirche einen Verlust von 157‘150 Franken budgetiert, die Rechnung 2020 schloss mit einem Gewinn von 774‘808 Franken.

Aus dem Kreis der Synodalen kamen keine Anträge, aber die eine oder andere Nachfrage zum Budget. Unter anderem teilte Dominik Prétôt von der Stabsstelle Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit mit, dass eine Studie zu den sozialen Leistungen der Landeskirchen geplant sei, im Sinne einer Antwort auf das am 20. Mai im Baselbieter Landrat eingereichte Postulat für die Überprüfung der heutigen Kirchensteuerpflicht der juristischen Personen. Letztmals sei eine entsprechende Studie vor rund zehn Jahren erstellt worden.

Baufonds ist gut gefüllt und braucht weniger Geld

In den kommenden vier Jahren von 2022 bis und mit 2025 wird die Landeskirche dem Baufonds – aus dem sie auf Gesuch Bausubventionen an Kirchgemeinden bezahlt – pro Jahr pauschal 200‘000 Franken zuweisen. Das bedeutet etwa eine Halbierung gegenüber bisher. In der letzten Vierjahresperiode war die Zuweisung auf 10 Prozent der Erträge aus den Steuern der juristischen Personen festgelegt worden, was pro Jahr durchschnittlich rund 400‘000 Franken ausmachte.

Für das Jahr 2021 hatte die Synode allerdings einmalig gar kein Geld in den Baufonds eingelegt, weil dieser bereits einen hohen Bestand auswies: Laut der Bausubventions-Verordnung sollte im Fonds in der Regel rund 2,5 Mio. Franken bereitliegen, effektiv ist es aber per Ende 2021 doppelt so viel, nämlich 5,16 Mio. Franken – und dies, obwohl in diesem Jahr rund 730‘000 Franken Bausubventionen an Kirchgemeinden ausgeschüttet werden. Darum erachtete der Landeskirchenrat es als vertretbar, dem Baufonds weniger Geld als bisher zuzuweisen, und die Synode stimmte dem mit grossem Mehr zu.

Christian von Arx