Sie engagieren sich beide für die Erhaltung der Schöpfung: die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg und Papst Franziskus bei der Generalaudienz in der Karwoche. | © KNA-Bild
02.05.2019 – Aktuell

Kirchenglocken läuten zum Gebet für das Klima

Am 7. Mai findet im Basler Münster ein ökumenisches Gebet für die Erhaltung der Schöpfung statt

Die Sorge um die Schöpfung verbindet die Klimaschutzbewegung und die Kirche. Auf Anstoss der Organisatoren von Klima­streik Basel laden die Evangelisch-reformierte und die Römisch-Katholische Kirche Basel-Stadt am Dienstag, 7. Mai, 19.30 Uhr zu einem Gebet im Basler Münster.

 

Wenn alle so leben würden wie der durchschnittliche Schweizer, würden die sich jährlich regenerierenden Ressourcen der Erde nicht mal bis zur Jahresmitte reichen. Gemäss WWF Schweiz fiel der Tag, an dem die Schweiz 2018 ihr Jahresbudget ausgeschöpft hatte, der sogenannte Earth Overshoot Day, auf den 7. Mai.

Der Termin des Gebets im Münster ist deshalb kein Zufall. Wäre es nach den Organisatoren von Klimastreik Basel gegangen, hätten am 7. Mai die Glocken der Basler Kirchen läuten sollen, um darauf aufmerksam zu machen, dass unser ökologischer Fussabdruck viel zu gross ist und wir für unsere Lebensweise mehrere Erden brauchen würden. Dies haben die Kirchen abgelehnt, mit der Begründung, dass kirchliches Geläute grundsätzlich nur für Stundenschlag sowie Gebete und Gottesdienste erklinge. Man sei aber bereit, für ein Gebet die Glocken läuten zu lassen. Auf dieses Angebot seien dann die Klimastreikleute eingegangen, schildert Stefan Kemmler, Pfarrer in St. Anton und Leiter des Pastoralraums Basel-Stadt, die Entstehungsgeschichte des Anlasses.

Während die Jugendlichen die musikalische Begleitung organisieren, ist Kemmler zusammen mit Münsterpfarrer Lukas Kundert für den liturgischen Teil zuständig. Was hat Kemmler, stellvertretend für die Römisch-Katholische Kirche Basel-Stadt, dazu bewogen, beim Gebet für die Bewahrung der Schöpfung mitzumachen? «Die Schöpfung ist uns anvertraut, und wir sind herausgefordert, uns dafür einzusetzen, mit den Ressourcen verantwortungsvoll umzugehen. Mit dem Gebet tragen wir das Anliegen zu Gott und bitten ihn um Hilfe», hält Kemmler fest.

Das Gebet am 7. Mai ist keine eigentliche Premiere. Jeweils vor den Klimademonstrationen fanden am 15. März und am 6. April in der reformierten Theodorskirche im Kleinbasel Klimagebete statt. «Als Kirche teilen wir die (Für)sorge um unseren Planeten», hiess es in der Einladung dazu. Ein Klimagebet sei auch vor der nächsten Klimademo am 24. Mai geplant, teilt Nadja Müller, Pfarrerin in der reformierten Kirchgemeinde Kleinbasel, mit. Weil die Demo bereits um 10.45 Uhr auf dem Münsterplatz beginnen soll, findet das Klimagebet möglicherweise bereits am Vorabend statt (Informationen gibt es dazu online).

Um die kirchlichen Aktionen für den Klimaschutz zu bündeln und auch mit der Klimastreikbewegung zu koordinieren, hat Pfarrerin Nadja Müller die Plattform «AG Churches for Future» initiiert. Ein erster Klima-Newsletter ist im April erschienen. Einen Überblick zum Thema «Klimakrise» mit Informationen über Hintergründe und die Beiträge der Kirchen findet man bei oeku.ch.

Regula Vogt-Kohler