An Weihnachten isoliert und einsam? Dabei gibt es viele, die Kontakt suchen. | © Norbert W. Saul
19.12.2019 – Aktuell

Einsam

Die Advents- und Weihnachtszeit ist für all jene, die sich in einem Familien- und Freundesnetz aufgehoben fühlen, meist schön und heimelig. Die anderen aber, die Einsamen, die es zunehmend und in jedem Alter gibt, werden sich nicht darauf freuen können.

Die Möglichkeit, sich in den digitalen Medien «Freunde» zu suchen und Beziehungen online zu leben, birgt die grosse Gefahr der Illusion des «Nichtalleinseins». Ebenfalls öffnen diese Möglichkeiten der Kommunikation jenen Tür und Tor, die sich darauf spezialisiert haben, Einsame und durch Verlust verletzliche Menschen auszubeuten.

Traditionellerweise kümmert sich die Kirche um Menschen, die, isoliert und einsam, besondere Unterstützung benötigen. So gibt es, besonders in der Weihnachtszeit, zahlreiche Angebote in den Pfarreien, die Raum geben, der Einsamkeit zu entfliehen. Es sind Angebote, die meist durch Freiwillige getragen werden. In Anbetracht der zunehmenden Vereinsamung in unserer Gesellschaft wird auch der Bedarf dafür immer grösser. Wenn ich mich in den Pfarreien und bei den kirchlichen Sozialdiensten umhöre, ist es nicht einfach, neu Menschen für die Freiwilligenarbeit zu finden.

Rein theoretisch gesehen, gibt es aber genügend Menschen, die alleine zu Hause hinter den Computern sitzen und Kontakt suchen. Ich frage mich, was man tun müsste, um diese Menschen dafür zu begeistern, sich selber dafür zu engagieren, dass neue, lebendige, nicht digitale Begegnungen ermöglicht werden.

Bis jetzt habe ich noch keine Antwort darauf gefunden. Vielleicht aber regt meine Frage an zum Weiterdenken.

Verena Gauthier Furrer, Fachverantwortliche Diakonie im Pastoralen Zentrum Katholisch BL, Liestal