Denis Theurillat, Weihbischof des Bistums Basel. | © zVg
08.02.2021 – Aktuell

Mann des Dialogs, Diplomat und Sympathieträger

Der Basler Weihbischof Denis Theurillat geht in den Ruhestand

Mit Überraschung hat die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) den Rücktritt von Weihbischof Denis Theurillat zur Kenntnis genommen. Seine grosse Dialogbereitschaft sei sehr geschätzt worden, auch ausserhalb seines Bistums, heisst es in einer Medienmitteilung der SBK.

Wegen eines Unfalls hatte Weihbischof Denis Theurillat nicht an der Vollversammlung der Bischöfe im September 2020 teilnehmen können. Damit fehlte er auch bei dem mit Spannung erwarteten Treffen mit einer Delegation des Frauenbunds. Als Präsident des Frauenrats hatte der Weihbischof massgeblichen Anteil am Zustandekommen des Gesprächs. Theurillat deutete den Unfall als Zeichen dafür, dass es nun Zeit sei, leiser zu treten, und reichte seinen Rücktritt ein. Papst Franziskus hat die Demission des 70-Jährigen angenommen.

Das Bistum und die Bischofskonferenz würdigen den Jurassier als Mann des Dialogs, feinfühligen Diplomaten und Sympathieträger des Bistums. «Weihbischof Denis war insbesondere wegen seiner offenen, feinfühligen und diplomatischen Haltung allseits geschätzt», schreibt der Basler Bischof Felix Gmür.

Viermal am Weltjugendtag

Theurillat habe seine Ämter mit Enthusiasmus und Offenheit wahrgenommen, hält die SBK in ihrer Medienmitteilung fest. So habe er als Jugendbischof für alle Sprachregionen hat er zwischen 2000 und 2012 zahlreiche Initiativen angestossen oder unterstützt. Viermal reiste er mit einer schweizerischen Jugenddelegation an einen Weltjugendtag: nach Toronto (2002), Köln (2005), Sydney (2008) und schliesslich Rio de Janeiro (2012). 2004, anlässlich des Besuches von Papst Johannes Paul II. in der Schweiz, ermöglichte er ein historisches Treffen zwischen 20 000 Jugendlichen und dem Heiligen Vater. Von 2011 bis 2015 war Weihbischof Denis zudem Mitglied des Präsidiums der SBK.

Brückenbauer bei wegweisenden Themen

Als Mann des Dialogs sei er auch immer wieder bereit gewesen, im Auftrag der SBK bei wegweisenden Themen Brücken zu schlagen. So übernahm er das Präsidium der Arbeitsgruppe «Gender», das Präsidium des Frauenrates der SBK, die Vertretung der SBK innerhalb der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (AGCK) oder an der jährlichen Delegiertenversammlung des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes (SKF).

Der gebürtige Jurassier war 1976 zum Priester geweiht worden. Nach seiner Tätigkeit in der Pastoral war er von 1997 bis 2000 Bischofsvikar für den französischsprachigen Teil des Bistums Basel. Am 22. Juni 2000 wurde er zum Bischof geweiht. Weihbischof Denis werde alle seine für 2021 eingegangenen bischöflichen Engagements (z. B. Firmungen) erfüllen, kündigt Bischof Felix an. Ein Nachfolger ist noch nicht ernannt.

kh