Sie sind die vier letzten Erlenbader Franziskanerinnen in Mariastein – im Lauf von 84 Jahren hatten über 90 Schwestern am Wallfahrtsort gewirkt. | © P. Notker Strässle OSB, Mariastein
09.05.2019 – Aktuell

Dank für 84 Jahre im Wallfahrtsort

Franziskanerinnen von Erlenbad nahmen Abschied von Mariastein

Am Ostermontag wurden in Mariastein in einem Gottesdienst die Franziskanerinnen von Erlenbad verabschiedet. 84 Jahre lang wirkte ihre Gemeinschaft im Wallfahrtsort im Solothurnischen Leimental.

 

1935 hatten die Franziskanerinnen von Erlenbad von Basel aus die alte Pilgerherberge, welche sich in privaten Händen befand, da sich die Benediktinermönche damals offiziell in Bregenz (Österreich) im Exil befanden, übernommen, renoviert und bis 2012 als Haus der Erholung für Körper, Seele und Geist geleitet. Dann ging die Leitung des Hauses in weltliche Hände über. Die Schwestern konnten jedoch bleiben. In diesen 84 Jahren haben über 90 Schwestern in Mariastein gelebt und als Gastgeberinnen im Haus gewirkt.

 

Zwölf Gräber bleiben in Metzerlen

Da die Gemeinschaft auf nur noch vier Schwestern zusammengeschrumpft war, entschloss sich die Provinzleitung in Erlenbad, auf Mitte Jahr 2019 die Schwestern zurückzuziehen. 19 Schwestern (sieben aus der Schweiz, zwölf aus Erlenbad, Freiburg und Waldkirch) hatten sich zum Abschiedsgottesdienst eingefunden. In der Predigt wurde daran erinnert, dass sie ja nicht ganz weggehen, denn auf dem Friedhof von Metzerlen, zu welcher Pfarrei Mariastein gehört, befinden sich noch die Gräber von etwa zwölf Schwestern, welche in den letzten Jahren gestorben sind. Dem Dank der Benediktiner schloss sich dann der Dank der Provinzoberin Sr. Rita Eble, Erlenbad, an.

 

Miteinander verbunden bleiben

Nach dem Gottesdienst konnten die Gottesdienstbesucher nochmals mit den Schwestern bei einem Apéritif im Kreuzganggarten des Klosters zusammen sein. Bei einem gemeinsamen Essen mit den Benediktinern in deren Refektorium wurde ihnen von Abt Peter von Sury nochmals ganz herzlich für 84 Jahre segensreiches Wirken am Wallfahrtsort gedankt. Wehmut bleibt zurück, denn die Schwestern werden fehlen. Die beiden Ordensgemeinschaften möchten aber weiterhin miteinander verbunden bleiben und in geschwisterlicher Weise am gegenseitigen Schicksal Anteil nehmen.

P. Armin Russi OSB, Prior des Klosters Mariastein