Am Bistumsjugendtreffen liessen sich die Sinne vielfältig erleben. | © Vera Rüttimann
09.09.2019 – Aktuell

Bistumsjugendtag als Festival der Sinne

Peace, Love und göttliche Schubser

In Zug fand am 8. September das Bistumsjugendtreffen des Bistums Basel mit Bischof Felix Gmür statt. Unter dem Motto «Festival der Sinne» konnten die Teilnehmenden mehrere Ateliers besuchen. Ein Hit war das Atelier «Unsere Welt in 80 Jahren – Eine VR-Erfahrung».

Es giesst heftig rund um das Areal der Kantonsschule Zug an diesem Wochenende, wo das Bistumsjugendtreffen stattfindet. Dennoch kommen rund 300 Jugendliche. Für sie standen mehr als 20 Workshops und Ateliers für vielfältige Sinneserlebnisse bereit.

Vor allem um das Sehen geht es beim Sinnesparcours. Die Stiftung «Blinde Kuh» ist der grösste private Arbeitgeber für sehbehinderte und blinde Menschen. Jugendliche schreiben in einem abgedunkelten Raum Postkarten, erraten den Geschmack verschiedener Fruchtgummis und spielen Spiele, die für sehbehinderte Menschen gestaltet wurden. Mit ihrem Angebot will die «Blinde Kuh» Jugendliche für die Probleme dieser Menschen sensibilisieren. Laura Zurfluh aus Thun ist nach dem Besuch dieses Ateliers jedenfalls tief beeindruckt: «Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal so absolut nichts sehen kann in einem Raum.»

Klimawandel als Virtual Reality

Das Sehen steht auch beim Virtual-Reality (VR) Workshop «Unsere Welt in 80 Jahren – Eine VR-Erfahrung» im Zentrum. Er zog wohl das meiste Interesse auf sich. Auch Bischof Felix Gmür hält sich hier länger auf. Felix Gmür setzt sich VR-Brille und Kopfhörer auf und begibt sich ins Jahr 2100. Er sitzt jetzt in einem Bunker, in dem Bewohner vor unerträglicher Hitze flüchten mussten. Der Klimawandel setzt der Erde massiv zu. Viele Menschen flüchten in Richtung Skandinavien.

Aus der Perspektive von drei Jugendlichen – ein stark konservativer Christ, eine atheistische Wissenschaftlerin und ein Charakter, der zwischen den beiden angesiedelt ist – erlebt der VR-User die Folgen des Klimawandels.

Frag den Bischof

Einer der am meisten besuchten Workshops heisst «Frag den Bischof». Jugendliche können hier Felix Gmür, Bischof von Basel und zur Zeit Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, als Mensch besser kennen lernen. Erst sitzen sie scheu in der  Runde, dann tauen sie aber spürbar auf. Das liegt auch an der lockeren Art des Basler Bischofs, der sich bemüht, seine jungen Gäste aus der Reserve zu locken.

«Peace and love», das wünschte Felix Gmür den Jugendlichen zum Schluss. «Hört auf euer Herz und eure Sinne! Bitten wir den Herrn um seinen Segen. Dass der Herrgott uns hilft, das richtige zu hören, zu fühlen und zu riechen. Möge er uns stützen, tragen und gelegentlich auch einmal von hinten sanft schubsen. Amen.»

kath.ch / Bistum Basel