«Willkommen daheim»: Vor 50 Jahren gab der Kanton Solothurn dem Kloster die Klostergebäude in Mariastein zurück. | © Regula Vogt-Kohler
14.01.2021 – Aktuell

2021 gedenkt das Kloster Mariastein seiner Heimkehr

Das Kloster Mariastein steht am Anfang eines Gedenkjahres: Am 1. Januar 1971 verlieh der Kanton Solothurn dem Kloster wieder die korporative Selbstständigkeit und gab ihm die Klostergebäude zurück. Diesem Beschluss hatten die Solothurner Stimmbürger – kurz vor der Einführung des Frauenstimmrechts – am 7. Juni 1970 mit 29 035 gegen 14 017 Stimmen klar zugestimmt.

Sie korrigierten damit die ebenfalls per Volksbeschluss am 4. Oktober 1874 erfolgte Aufhebung des Klosters. 1875 mussten die Benediktiner Mariastein verlassen. Bleiben durften nur zwei Patres für die Betreuung der Wallfahrt und sieben für die «Klosterpfarreien» in Dorneck und Thierstein. Für die übrigen Mönche begann eine Odyssee: 1875 liessen sich Abt und Konvent in Delle (Frankreich) nieder, 1902 in Dürrnberg bei Hallein (Land Salzburg), 1906 in Bregenz, gleichzeitig übernahmen Mariasteiner Mönche die Leitung des Kollegiums Altdorf. Als die Gestapo die Mönche am 2. und 3. Januar 1941 aus Bregenz verjagte, gewährte Solothurn ihnen in Mariastein Asyl. Aber erst seit der Wiederherstellung der staatsrechtlichen Selbstständigkeit und der Rückgabe der Gebäude 1971 leben sie dort wieder im eigenen Kloster.

Unter dem Motto «Willkommen daheim» haben Abt Peter von Sury und die Benediktiner von Mariastein für das Gedenkjahr 2021 ein grosses Programm geplant, mit einem feierlichen Gottesdienst mit Kardinal Kurt Koch am 20. Juni als Höhepunkt. Da öffentliche Veranstaltungen derzeit wegen des Coronavirus verboten sind, ist nicht klar, welche Anlässe stattfinden können. «Kirche heute» wird das Gedenkjahr begleiten.

Christian von Arx