Ausgabe 25, 16. bis 22. Juni 2018

Die Albe als liturgisches Gewand, hier getragen von Martin Linzmeier, Gemeindeleiter in Gipf-Oberfrick und Co-Dekanatsleiter im Dekanat Fricktal. (Foto: Roger Wehrli) Die Albe als liturgisches Gewand, hier getragen von Martin Linzmeier, Gemeindeleiter in Gipf-Oberfrick und Co-Dekanatsleiter im Dekanat Fricktal. (Foto: Roger Wehrli)
Dorothee Becker, Theologin in der Basler Pfarrei Heiliggeist. (Foto: zVg)Dorothee Becker, Theologin in der Basler Pfarrei Heiliggeist. (Foto: zVg)
Barbara Kückelmann, Pastoralverantwortliche des Bistums Basel. (Foto: zVg) Barbara Kückelmann, Pastoralverantwortliche des Bistums Basel. (Foto: zVg)

Hoffnung auf Unterstützung für den Sonderweg der Schweiz

Bischof Felix Gmür setzte sich für die «Theologinnen und Theologen in Albe» an der Papstmesse ein

Nach dem Brief von Pastoralassistentin Dorothee Becker und Co-Dekanatsleiterin Monika Hungerbühler aus Basel hat Bischof Felix Gmür beim Genfer Bischof Charles Morerod die Möglichkeit zur Teilnahme von «Theologinnen und Theologen in Albe» an der Papstmesse vom 21. Juni erreicht.

In ihrem Brief an Bischof Felix Gmür bringen die Basler Seelsorgerinnen Dorothee Becker und Monika Hungerbühler die Hoffnung zum Ausdruck, dass der Schweizer Weg beim Papst auf Unterstützung stösst: «Dass die Schweiz hier (in der grossen Mitverantwortung der Laien in der Seelsorge, Anm. d. Red.) einen Sonderweg geht, ist uns bewusst. Es wird aber auch mehr und mehr deutlich, dass Papst Franziskus unterschiedliche Wege in der Pastoral in die Verantwortung der Bischofskonferenzen gibt.» Der Brief an Bischof Felix schliesst «mit der Bitte, unseren Vorschlag zu prüfen und sich bei den für die Organisation verantwortlichen Stellen für diese Möglichkeit einzusetzen».

In Albe nicht abgewiesen werden
Am 17. Mai kam dann die Reaktion seitens
des Bistums Basel. In einem E-Mail an alle Seelsorgenden im Bistum Basel schreibt ­Barbara Kückelmann, verantwortlich für Pastoral und Bildung: «Auch nicht ordinierte Theologinnen und Theologen sollen an der Messe mit Papst Franziskus in Genf sichtbar werden – als Realität an vielen Orten unserer Kirche in der Schweiz.» Und weiter: ­«Bischof Felix hat bestätigt, dass er dafür sorgen wird, dass Theologinnen und Theolo-
gen im Gewand nicht abgewiesen werden.» Dann folgt die Anleitung, wie dies auf dem Online-Formular anzumerken ist: «Die Anmeldung dafür soll erfolgen als Privatperson, als ‹Théologiennes/Théologiens avec aube (mit Albe)›».

Bischof Felix reagierte sofort
«Bischof Felix hat unser Anliegen ernst genommen und sofort reagiert», sagt Dorothee Becker. Der Basler Bischof hatte sich ebenfalls per Brief an Bischof Charles Morerod gewandt, den Bischof der Diözese Lausanne, Genf und Freiburg, welche den Papstbesuch koordiniert. Die positive Antwort freut Dorothee Becker. Sie hat sich für die Teilnahme am Gottesdienst angemeldet. Sie rechnet damit, dass sich etwa 20 bis 30 Personen aus dem Raum Basel als «Theologinnen oder Theologen in Albe» für die Feier mit dem Papst anmelden. Neben ihr selbst und Monika Hungerbühler werden unter anderen die Theologinnen Jutta Achhammer (Therwil), Simone Rudiger (Liestal), Elke Kreiselmeyer (Therwil) und Barbara Metzner (Mettau AG) in der Messe in Genf dabei sein.

Wo die Seelsorgenden mit Albe dann im Gottesdienst ihren Platz finden werden, kann sie nicht sagen. Das hänge von den Platzverhältnissen und von der Anzahl Anmeldungen ab. «Wies praktisch aussieht, sehen wir vor Ort.» Auch im Bistum St. Gallen wurden die Seelsorgenden über die Möglichkeit informiert, dass sie sich unter der Bezeichnung «Théologiennes/Théologiens avec aube» anmelden können.

Wichtiges Signal
Dass der Papst in die Schweiz kommt, wurde erst Ende Februar publik. Für die Jahresprogramme in den Pfarreien zu spät. So haben viele Pfarreien ein volles Programm, das es kaum erlaubt, dass das Seelsorgeteam einen ganzen Tag fehlt. Umso schöner, dass diejenigen, die an der Messe teilnehmen, dem Papst, der Kirche und der Welt nun die wichtige Botschaft überbringen dürfen, dass nicht-ordinierte Theologinnen und Theologen wertvolle Stütze der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz sind.
Papst Franziskus trifft drei Mitglieder des Bundesrates sowie den Nationalratspräsidenten und besucht vor allem den Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK), der dieses Jahr den 70. Jahrestag seiner Gründung feiert. Nach dem Besuch im Ökumenischen Zentrum mit Mittagessen, einer pontifikalen Rede und der Begegnung mit dem Weltkirchenrat findet der Heilige Vater auch Zeit, im Kongresszentrum Palexpo mit der Bevölkerung und den angereisten Pilgern Eucharistie zu feiern.

Marie-Christine Andres Schürch, Horizonte Aargau/kh


 

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