Ausgabe 25, 16. bis 22. Juni 2018

Bunte Vielfalt in der katholischen Kirche: Eritreer und Eritreerinnen am Fest zur Eröffnung des Pastoralraums Basel-Stadt. (Foto: Regula Vogt-Kohler)

Bunt und feierlich

Eröffnung des Pastoralraums Basel-Stadt mit Gottesdienst und Fest

Jetzt ist es offiziell: In einem ebenso feierlichen wie bunten Gottesdienst in der Kirche St. Anton hat Bischof Felix Gmür den Pastoralraum Basel-Stadt als errichtet erklärt. Die Vielfalt des Pastoralraums kam deutlich zum Ausdruck.

Eine kroatische Psalmensängerin, afrikanische Frauen, die in bunten Gewändern singend und tanzend exotische Früchte zur Gabenbereitung bringen, die 1. Lesung auf Italienisch, Fürbitten in vielen weiteren Sprachen, eritreische Trommelklänge, die den Auszug begleiten. Die Vielfalt im Pastoralraum Basel-Stadt (BS) ist enorm und mehr als ein Wort respektive ein Leitsatz auf Papier. Das war am feierlichen Gottesdienst zur offiziellen Eröffnung unüberseh- und unüberhörbar.

Der Auftakt des Gottesdienstes war klassisch: Die Chöre Heiliggeist und St. Marien sangen das Halleluja von Georg Friedrich Händel, die ganze Gemeinde intonierte «Grosser Gott, wir loben dich». In einem kurzen Rück- und Ausblick wählte Monika Hungerbühler, Co-Dekanatsleiterin und Leiterin des Projekts Pastoralraum BS, das Bild eines Zuges. Neu sei die katholische Kirche in BS in einem Grossraumwagen unterwegs. Die Zeit der separaten Abteile mit Türen und zugezogenen Vorhängen sei vorbei. Der «Grossraumwagen Pastoralraum BS» ist in Seelsorgeräume unterteilt. «Einige sind bereits auf Kurs, für andere beginnt die Fahrt erst», hielt Hungerbühler fest.

Während draussen ein Gewitter niederging und sich die bunten Glasfenster von St. Anton verdunkelten, erklang drinnen ein eindrückliches Kyrie von Louis Vierne. Düster der Himmel, düster die Musik – die perfekte Verbindung zum Evangelium, in der es um die Angst ging, mit der die Eltern auf das Verschwinden des 12-jährigen Jesu reagierten. «Sie hatten Angst, weil sie nicht verstanden», fasste Bischof Felix Gmür in der Predigt zusammen. Mit dem gesamtstädtischen Pastoralraum mache die Kirche in BS einen Schritt, «damit wir nicht eng, nicht ängstlich werden». Das Wichtigste an der neuen Struktur sei, dass sie helfen soll, einander kennen zu lernen und zu verstehen. «Dann hat man keine Angst mehr.»

Gerechtigkeit
Vielfalt löst nicht nur Ängste aus, die es zu überwinden gilt, Vielfalt bedeutet auch eine Vielzahl von Bedürfnissen und Anliegen, die nun im Pastoralraum unter einen Hut oder besser unter ein Dach zu bringen sind. «Alles, was die Kirche hier ist, soll der Gerechtigkeit dienen», sagte der Bischof. «Niemand soll zu kurz kommen.» Und anknüpfend an das Kunstwerk, das die Dr.-Paul-Bohny-In-Albon-Stiftung für den Pastoralraumprozess zur Verfügung gestellt hat, meinte er: «Ich wünsche Ihnen und mir, dass wir Katholiken und Katholikinnen selbst ein Kunstwerk sind, woran man erkennen kann: Hier möchten die Menschen gerecht sein.»

Eine erste Gelegenheit, Kontakte über die Grenzen der Pfarreien und Seelsorgeräume hinweg zu knüpfen, gab es beim Apéro mit einem bunten kulinarischen und musikalischen Angebot.

Regula Vogt-Kohler


 

ZUM THEMA

  • Von Rom nach Genf – im Zeichen der Einheit der Kirchen

    Wenn Papst Franziskus am Donnerstag, 21. Juni, den Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) in Genf besucht, so trifft er sich mit den Vertretungen von 348 Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften mit 500 Millionen Gläubigen auf allen Kontinenten. >> mehr...

  • «Hört auf mich, hört gut zu!»

    Johannes dem Täufer, für dessen Fest in diesen Tagen dieser Bibeltext ausgewählt ist, wurde schon bei der Geburt zugesagt, was im schönen Text jedes kirchlichen Morgengebetes überliefert ist: «Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heissen: denn du wirst dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten.» >> mehr...

 

Kirche heute
Innere Margarethenstrasse 26, 4051 Basel, Tel. 061 363 01 70, sekretariat@kirche-heute.ch