Zum Vaterunser kamen die Kinder, denen das Evangelium während des Wortgottesdienstes auf kindgerechte Weise im Pfarreiheim vermittelt wurde, zurück in die Kirche und an den Altar. | © Christian von Arx
10.02.2019 – Aktuell

Zuversicht auf Gott – und offene Worte vom Personal

In der Kirche Oberwil errichtete Bischof Felix Gmür den Pastoralraum Leimental

Binningen-Bottmingen, Ettingen, Oberwil und Therwil/Biel-Benken bilden jetzt zusammen den Pastoralraum Leimental. Am Festgottesdienst zur Errichtung vom 10. Februar in der Kirche Oberwil hatten die vier Kirchenchöre grossen Anteil.

«Eigentlich wollten wir keinen Pastoralraum»: Die Aussage der Pastoralraumleiterin Elke Kreiselmeyer in «Kirche heute» (Nr. 7/2019) sei gut, weil ehrlich und aufrichtig. So leitete Bischof Felix Gmür seine Predigt im Errichtungsgottesdienst ein. Manchmal brauche es einen Anstoss von aussen, um etwas in Bewegung zu bringen – und das sei nötig, «denn es ist heute alles anders als vor 30, 50 oder 150 Jahren».

«Wir wissen nicht, wo wir landen werden. Es ist ein Abenteuer», räumte der Bischof ein. Und wir seien erst am Anfang. Begonnen habe der Weg mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil, aber vieles davon sei noch nicht umgesetzt.

«Auf dein Wort hin wage ich es»

Was es brauche, zeige das Evangelium vom wunderbaren Fischfang (Lk 5,1–11). «Fahr hinaus auf den See, wo es tief ist», fordert Jesus den Fischer Simon Petrus auf. Dieser wendet ein, dass er mit seinen Gefährten schon die ganze Nacht ohne Erfolg auf dem See war, fügt dann aber bei: «Auf dein Wort hin werde ich die Netze auswerfen.» Worauf sie so viele Fische fingen, dass sie fast versanken.

«Auf dein Wort hin wage ich es»: Dies sei das Wichtigste, ob für einen Pfarrer, eine Pastoralraumleiterin, eine Bibellesegruppe oder einen Chor. «Christinnen und Christen schauen auf Christus und hören auf seine Worte.» Das Wort Gottes sei es, das uns sende. Der Bischof gab Beispiele von Jesusworten aus allen vier Evangelien und meinte: «Jeder hier drin wird ein Wort finden, das für ihn wichtig ist.»

Vertrauen und Zuversicht

Am Schluss sagt Jesus zu Simon: «Fürchte dich nicht.» Das tue der Kirche gut, meinte der Bischof, denn: «Viele haben Angst. Und tatsächlich sind wir nicht immer auf der Höhe der Zeit und gehen die Probleme an, die wir angehen müssten.» Um das von Jesus verheissene Leben in Fülle zu gewinnen, brauche es Vertrauen. Seine Predigt schloss der Bischof mit dem Schlussvers des Eröffnungsliedes «Wer nur den lieben Gott lässt walten»: «Denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verlässt er nicht.»

Beim Errichtungsakt begrüsste Bischof Gmür auch die anwesenden Kolleginnen und Kollegen der anderen Kirchen und die Behördenvertretungen. Im Leimental mit seiner konfessionell gemischten Bevölkerung sei es selbstverständlich, die Ökumene besonders zu pflegen.

Zur feierlichen Stimmung in der voll besetzten Oberwiler Kirche St. Peter und Paul trugen die vier im Kirchenraum verteilten Chöre des Pastoralraums viel bei, wie auch ein Solistenquartett und der Organist.

Christian von Arx