St.-Wendelins-Kapelle in Kleinblauen mit dem grossen Brunnen. | © Dominik Wunderlin
20.10.2021 – Aktuell

Von St. Wendelin erhofften sich viele Bauern Hilfe

Ein Blick in den Bauernheiligenhimmel der Nordwestschweiz

Der 20. Oktober ist der Festtag des heiligen Wendelin. In der Nordwestschweiz sind dem beliebten Bauernheiligen besonders viele Kapellen gewidmet.

In der neusten Ausgabe der «Baselbieter Heimatblätter» stellt Andreas Pronay (Basel) die 1666 erbaute Wendelinskapelle in Kleinblauen vor. Noch im 19. Jahrhundert kamen am 20. Oktober jeweils 600 bis 1000 Wallfahrer aus dem Laufental, dem Birseck, dem Schwarzbubenland und dem Elsass, um bei Wendelin um die Abwendung von Viehsuchen und menschlichen Krankheiten zu beten. Hölzerne Votivgaben in Form von menschlichen Händen und Füssen – das Titelblatt der «Heimatblätter» zeigt ein Beispiel – sind Zeichen einer tiefen bäuerlichen Frömmigkeit.

Wendelin-Statue im «Chäppeli» am alten Weg auf den Nunningenberg.
| © Dominik Wunderlin, Basel

Wendelin lebte im 6. Jahrhundert als Einsiedler in den Vogesen. Spätere Legenden machten ihn in gewissen Gegenden als Wunderheiligen populär. Wie Dominik Wunderlin (Basel) schreibt, ist das Gebiet um den Vierwaldstättersee ein Schwerpunkt der Wendelin-Verehrung. Aber auch in der Nordwestschweiz stand er hoch im Kurs: Wunderlin nennt vier Wendelin-Kapellen im Fricktal, sechs Orte mit Statuen und Bildern im Laufental und in Ettingen und vier im Thierstein. Wendelin war nicht allein im Bauernhimmel: Dominik Wunderlins hat eine Liste mit 40 Heiligen zusammengestellt, die von den Bäuerinnen und Bauern in der Schweiz als Schutzpatrone angerufen wurden. cva

«Baselbieter Heimatblätter», 86. Jahrgang, Nr. 3 (September 2021). Bezug beim Verlag: Schaub Medien AG, «Baselbieter Heimatblätter», 4450 Sissach, Telefon 061 976 10 10.