Romantisch gelegen: die Wegkapelle Albach oberhalb von Liesberg. | © Fabienne Netzhammer
15.07.2021 – Aktuell

Wie wärs mit einer Wanderung rund um Liesberg?

Ein Ausflug in die Laufentaler Natur führt zu drei Sakralbauten

Die idyllische Laufentaler Gemeinde Liesberg ist durch ihre Lage auf einer nebelarmen Sonnenterrasse ein beliebtes Ausflugsziel. Trotz ihrer beschaulichen Grösse finden wir in dieser Ortschaft gleich drei römisch-katholische Sakralbauten: eine Pfarrkirche im Dorf, eine Kapelle im Ortsteil Oberrütti sowie eine kleine Wegkapelle oberhalb des Dorfes. Im Rahmen einer schönen Wanderung lassen sich gleich alle drei Gebäude besuchen. Ein Ausflug lohnt sich auf jeden Fall!

Die Pfarrkirche St. Peter und Paul in Liesberg Dorf

Unsere Wanderung startet leicht oberhalb des Liesberger Dorfkerns bei der Pfarrkirche Peter und Paul. Der Bau geht auf das Jahr 1707 zurück und trägt damit bereits eine mehrere Jahrhunderte alte Geschichte mit sich.

Beim Betreten des Gebäudes fallen sofort die lebendigen Glasfenster ins Auge. Sie wurden vom bekannten Basler Glasmacher Hans Stocker entworfen und verleihen dem Kirchenraum eine farbenfrohe, wenngleich auch mystische Atmosphäre. An den Seitenwänden ist ein eindrucksvoller bronzener Kreuzweg angebracht.

Der Innenraum, wie er sich heute präsentiert, stammt aus den 70er-Jahren und ist ein Produkt der tiefgreifenden Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils von 1962 bis 1965. Obwohl die Kirche erst im Jahr 1948 durch den damals einflussreichen Laufner Architekten Alban Gerster umfassend renoviert worden war, mussten rund 20 Jahre später sämtliche liturgischen Elemente wieder entfernt und ersetzt werden. Der Altar wurde neu freistehend im Sinne eines Volksaltars errichtet, an dem der Priester fortan nicht mehr mit dem Rücken, sondern mit dem Gesicht zu den Gläubigen zelebrierte. Ironischerweise war es gerade der Sohn Gersters, der den Rückbau der nicht lange zuvor durch seinen Vater getätigten Renovation leitete.

Nach dem Besuch der Peter-und-Paul-Kirche begeben wir uns dorfaufwärts der Kirchgasse entlang in Richtung Huggerwald. Bald treffen wir auf ein erstes, mit Blumen geschmücktes Wegkreuz. Kurz danach biegen wir links ab, der Anstieg wird nun steiler. Nach inzwischen fast 100 überwundenen Höhenmetern erreichen wir die Höhe «Oltme» und damit eine Verzweigung, die geradeaus nach Kleinlützel führt. Wir biegen aber wieder links ab und folgen parallel zur Kantonsgrenze einem geteerten Weg, der später wieder in einen Feldweg übergeht.

Die Wegkapelle Albach

Nach einigen Minuten treffen wir unter zwei Linden auf die kleine Wegkapelle Albach, die zusammen mit der pittoresken Aussicht auf das Passwanggebiet zum Innehalten einlädt. Die Kapelle steht auf einem Zubringer zum Jakobsweg, der von Basel über Kleinlützel weiter nach Delémont führt. Obwohl die Kapelle nur wenige Quadratmeter gross ist, findet sich in ihrem Innern eine detailreiche Ausstattung mit Altar. An einer Seitenwand in einer Mauernische ist sogar eine kleine Figur einer Schwarzen Madonna zu sehen.

Der Weg zurück nach Liesberg führt dem gepflasterten Stutzweg entlang, vorbei am Rast- und Kinderspielplatz Grundköpfli (nach rund einer Viertelstunde Gehzeit auf der rechten Seite). Nach weiteren zehn Gehminuten finden wir am Ortseingang ein letztes Wegkreuz. Die verbleibenden Schritte unserer Wanderung führen durch Wohngebiet zurück zum Dorfkern.

Auf zur Bruder-Klaus-Kapelle in Oberrütti!

Wie eingangs erwähnt, finden wir in Liesberg gleich drei katholische Sakralbauten: Da nämlich für die Bewohner der Ortsteile Riederwald und Oberrütti die Pfarrkirche im Dorf zu abgelegen war, wurde in Liesberg im Jahr 1966 ein weiterer Kirchenbau vollendet. So finden diejenigen, die noch nicht ausser Atem sind, heute mitten im Oberrütti-Quartier eine grosszügige Kapelle inklusive Kirchgemeindesaal im Untergeschoss. Von Liesberg Dorf aus ist die Kapelle in rund 20 Minuten zu Fuss erreichbar.

Auch wenn die Kapelle, die dem heiligen Nikolaus von Flüe gewidmet ist, mit ihren Sichtbacksteinwänden innen und aussen schlicht gehalten ist, ist sie in ihrer formalen Ausgestaltung sehr ausdrucksstark. Die Gestaltung des Gebäudes stammt aus der Feder des Architekten Alban Gerster, der bereits für den Umbau der Pfarrkirche Peter und Paul im Dorf verantwortlich war.

Besonders die ausschliesslich indirekte Beleuchtung durch einen versteckten Lichtgaden im Schiff und seitlich verdeckte Fenster im Chorraum verleiht diesem Raum eine besondere Stimmung. Die Glasfenster wurden wie auch in der Dorfkirche vom Basler Künstler Hans Stocker angefertigt. Nach dessen Aussage sind die Glasfenster in ihren öffnenden und schliessenden Formen wie eine Meditation zu verstehen.

Fabienne Netzhammer,
Mitarbeiterin Stabsstelle Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit (bis Mai 2021)

 

Die Wanderroute und die Standorte der drei besuchten Sakralbauten von Liesberg. | © Schweizmobil
Pfarrkirche St. Peter und Paul, Liesberg Dorf. | © Fabienne Netzhammer
Innenraum der Pfarrkirche Liesberg, Gestaltung nach der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils. | © Fabienne Netzhammer
Von der Pfarrkirche führt der Weg dorfaufwärts bald zu diesem Wegkreuz. | © Fabienne Netzhammer
Bei der Verzweigung nach dem ersten Wegkreuz biegen wir nach links ab. | © Fabienne Netzhammer
Unter Linden: Die kleine Wegkapelle Albach, an einem Zubringer zum Jakobsweg. | © Fabienne Netzhammer
Die Ruhebank vor der Kapelle Albach lädt zu einer Rast ein. | © Fabienne Netzhammer
Gestaltung des Altars in der Kapelle Albach. | © Fabienne Netzhammer
Schwarze Madonna in einer Mauernische in der Kapelle Albach. | © Fabienne Netzhammer
Von der Kapelle Albach bietet sich eine weite Aussicht ins Passwanggebiet. | © Fabienne Netzhammer
Auf dem Rückweg von Albach nach Liesberg nehmen wir den Abzweiger zum Rast- und Kinderspielplatz Grundköpfli. | © Fabienne Netzhammer
Auf dem Rückweg vom Rastplatz Grundköpfli trifft man vor dem Ortseingang von Liesberg auf ein weiteres Wegkreuz. | © Fabienne Netzhammer
In Oberrütti steht die 1966 errichtete Kapelle Bruder Klaus, mit Kirchgemeindesaal im Untergeschoss. | © Fabienne Netzhammer
Die ausschliesslich indirekte Beleuchtung verleiht dem Innenraum der Kapelle Bruder Klaus eine besondere Stimmung. | © Fabienne Netzhammer
Glasfenster von Hans Stocker in der Kapelle Oberrütti. | © Fabienne Netzhammer