Blick vom höchsten Punkt der Etappe beim Räschberg oberhalb Liesberg in Richtung Südwesten. | © Regula Vogt-Kohler
20.07.2021 – Aktuell

Viele Wege führen nach Santiago de Compostela

Von Laufen nach Soyhières mit Zwischenstopp in Albach bei Liesberg

Der im Juni 2011 eröffnete Anschlussweg Basel-Jura-Dreiseenweg schliesst die Lücke zwischen Südwestdeutschland und dem Jakobsweg durchs Schweizer Mittelland. «Kirche heute» hat den Abschnitt von Laufen nach Soyhières unter die Füsse genommen und dabei Hügelzüge und Grenzen überschritten.

Ein Spaziergang ist sie nicht, die Etappe von Laufen via Huggerwald, Räschberg, Albach und La Réselle nach Soyhières, das wird einem spätestens bei den Bärenlöchern klar. Im Zickzack führt der Weg über Holzstufen von der friedlich dahinfliessenden Lützel der Gemeindegrenze zwischen Laufen und Röschenz entlang bis zum Punkt 543 hinauf. Noch ein Stück ebenen Weges durch den Wald, dann belohnt uns der Blick auf Röschenz für die Anstrengungen des steilen Aufstiegs.

Nach einer Rast auf einer Holzbank am Waldesrand geht es weiter in Richtung Huggerwald, einem Weiler, der zur Gemeinde Kleinlützel gehört. Schon bald kommt das idyllisch in einer Senke gelegene Nieder-Huggerwald in Sicht. Wir verlassen nun das Baselbiet; Kleinlützel liegt auf solothurnischem Hoheitsgebiet.

Zwei Kapellen

Wer der dem Viehheiligen Wendelin geweihte Kapelle in Ober-Huggerwald ohne Umweg einen Besuch abstatten will, der folgt in Nieder-Huggerwald nicht den Wanderwegzeichen, sondern weiter dem westwärts führenden Strässchen. Von der Kapelle aus geht es zunächst südwärts und dann westwärts zum Räschberg. Hier auf 672 Metern über Meer ist der höchste Punkt der Etappe erreicht. Auf der Südseite des «Passes» ist das Dorf Liesberg, das auf einer Terrasse über der Birs liegt, zu sehen. Nach dem Intermezzo in der solothurnischen Exklave betreten wir nun wieder basellandschaftlichen Boden.

Ein kurzes Stück Asphalt, dann verlassen wir die Strasse wieder. Der Wanderweg führt dem Hang entlang und erreicht bei Punkt 650 eine Kreuzung. Wer die Variante mit Startort Kleinlützel gewählt hat, biegt nun hier in die Route Richtung Soyhières und Delémont ein. Über eine Hochebene mit lockerem Baumbestand wandern wir zur Marien-Wallfahrtskapelle bei Albach. Zeit für ein kurzes Innehalten im Schatten zweier mächtiger Linden.

Frisch gestärkt nehmen wir den Abstieg durch ein Tälchen mit dem Flurnamen Risel in Angriff. Drei Stunden Marschzeit sind nicht spurlos an unseren Gelenken vorbei gegangen, aber die Klus, die den Weg nach Soyhières weist, ist schon sichtbar. Kurz vor dem Hof La Réselle überschreiten wir die Kantonsgrenze zwischen Basel-Landschaft und Jura, die zugleich auch Sprachgrenze ist. Die Birs heisst in Soyhières «La Birse», und wir steigen auf der Place de la Liberté in das Postauto.

Regula Vogt-Kohler