Mireille Gros: Anfangeneinfangen (Oel auf Leinwand, 2019). | © Mireille Gros
03.09.2020 – Aktuell

Die Schöpfung in der Kunst

Ausstellung «Schöpfung ∙ ּּּCreation» in Mariastein

Acht Kunstschaffende, die Mitglieder der Schweizerischen St. Lukasgesellschaft für Kunst und Kirche sind, beschäftigten sich mit der Frage: Wie kann Schöpfung künstlerisch sichtbar gemacht werden?

Die Künstlerinnen und Künstler fanden je einen ganz eigenen vielschichtigen Ausdruck für die Schöpfung. Die in der Schweiz und in Frankreich lebende Zürcherin Eva Ducret stellt Schöpfung als wirbelnde Kraft dar, während die aus Georgien stammende, in Basel wohnhafte Künstlerin und Kunsthistorikerin Nina Gamsachurdia in ihren Bildern eine Bedeutungstiefe, ja sogar Spuren des Heiligen zeigt. Schöpfung ist hier nicht das Geordnete, sondern die Vielfalt, das Enorme, das Unbegreifliche.

Inneres und äusseres Wachstum

Mireille Gros lebt in Basel und Paris. Ihre geheimnisvollen, mystischen Werke lassen die Kraft erahnen, die Kunst gedeihen lässt – schöpferische Kraft – und die Kraft, die alles hervorbringt, die Schöpfungskraft. Formen, Pflanzen, Linien wachsen fast wie von selbst auf der Leinwand, als gäbe es kein Zutun der Künstlerin, als durchdringe die Schöpfung inneres und äusseres Wachstum. Ist es die Künstlerin, die gestaltet, oder gestaltet der Schöpfer durch sie?

Das nicht Fassbare

Beim Basler Samuel Buri steht das Wort im Zentrum: «Am Anfang schuf Gott …». Der Innerschweizer Adalbert Fässler malt und zeichnet nur Zeichen, Spuren auf das Blatt, weil die Schöpfung für ihn nicht fassbar ist. So wie es nur unvollständige Versuche geben kann, die Schöpfung mit Worten oder Musik zu beschreiben, so kann auch die bildende Kunst nur Versuche anbieten, Schöpfung sichtbar zu machen.

Pia Zeugin

 

Ausstellung «Schöpfung · Creation». Franz Bucher, Samuel Buri, Eva Ducret, Adalbert Fässler, Nina Gamsachurdia, Mireille Gros, Adelheid Hanselmann, Hans Thomann. Klosterhotel Kreuz, Mariastein. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 bis 18 Uhr; Wochenende und Feiertage 9 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr. Bis 29. Oktober. Eintritt frei. www.klosterhotel-kreuz.ch