Die Via Francigena führt von Sainte-Croix bis zum Grossen Sankt Bernhard durch die Schweiz. Bild: Das Weinbaudorf St-Saphorin im Lavaux. | © Maurice Page
02.09.2019 – Aktuell

Pilgerweg «Via Francigena» soll Weltkulturerbe werden

Italien reicht Antrag bei der Unesco ein – die Schweiz macht vorerst nicht mit

Der alte Pilgerweg der Franken, die Via Francigena, soll nach dem Willen der Regierung Italiens Weltkulturerbe der Unesco werden. Der Weg führt von Canterbury über Reims und Lausanne nach Rom.

Eine italienische Studie dazu soll nach Aussage von Luca Bruschi, Präsident der European Association of the Vie Francigene (EAVF) mit Sitz in Piacenza, im Herbst mit den drei anderen Ländern am Frankenweg besprochen werden. Nach den Kosultationen mit Grossbritannien, Frankreich und der Schweiz wolle man sich mit dem Projekt bei der Unesco bewerben, sagte Bruschi im Interview mit Vatican News vom 22. August.

Die Via Francigena ist ein System alter Pilger- und Handelsstrassen, das vom englischen Canterbury über Reims und Lausanne nach Rom führt. In der Schweiz sind die offiziellen Etappenorte Yverdon-les-Bains, Orbe, Lausanne, Vevey, Aigle, Saint-Maurice, Orsières und Bourg-Saint-Pierre. Nachdem sich die beteiligten sieben italienischen Regionen von Val d’Aosta bis Latium bei dem Projekt geeinigt hätten, habe auch das Kulturministerium in Rom das Bewerbungsdossier genehmigt, so Bruschi.

Route seit dem 9. Jahrhundert bekannt

Wie zuvor der Jakobsweg nach Santiago de Compostela und andere alte Pilgerwege erlebt auch der Frankenweg seit einigen Jahren eine Renaissance und wird von Fuss- wie Radpilgern und Touristen genutzt. Die Route und ihre verschiedenen Verläufe sind seit dem 9. Jahrhundert bekannt. Im Jahr 990 schrieb Erzbischof Sigerich von Canterbury einen ausführlichen Reisebericht. Für jene Pilger, die nach Rom noch ins Heilige Land wollten, setzt sich der Frankenweg bis nach Apulien zu dortigen Hafenstädten fort. Seit 1994 zählt der Frankenweg zu den «Kulturrouten des Europarats».

Die Hauptroute des Jakobsweges in den spanischen Pyrenäen zählt seit 1993 zum Unesco- Weltkulturerbe. 1998 nahm die Unesco auch die französischen Pilgerstrassen nach Santiago de Compostela in die Welterbeliste auf. 2015 kamen vier weitere Routen in Nordspanien dazu.