Amazonassynode im Vatikan: Indigene aus dem Amazonasgebiet vor dem Petersdom in Rom. | © KNA-Bild
04.11.2019 – Aktuell

Verheiratete Priester, aber nur in Ausnahmefällen

Mit der Verabschiedung des Schlussdokuments und einer Messe ist die Amazonassynode im Vatikan am 26./27. Oktober zu Ende gegangen. Die von einigen erhofften und anderen gefürchteten grossen Schritte blieben aus.

Drei Wochen dauerten die Beratungen über neue Wege der Seelsorge und einer ganzheitlichen Ökologie im Amazonasgebiet. Im Zentrum stand dabei die Frage, wie dem Notstand in der pastoralen Versorgung der riesigen und teilweise schwer erreichbaren Region zu begegnen sei. Das am 26. Oktober verabschiedete Schlussdokument schlägt eine vorsichtige Öffnung vor. Ja zur Zulassung von verheirateten Männern zum Priesteramt, aber nur in Ausnahmefällen.

Konkret sprachen sich die Synodenväter dafür aus, dass für Gemeinden des Amazonasgebiets, die besonders unter Priestermangel leiden, auch entsprechend ausgebildete Familienväter geweiht werden können, die zuvor Ständige Diakone waren. Eine allgemeine Aufhebung des Zölibats ist damit nicht verbunden. Der entsprechende Artikel im Schlussdokument schaffte das erforderliche Zweidrittelmehr mit 128 Ja-Stimmen (bei 41 Nein-Stimmen) nur knapp.

Zum Frauendiakonat heisst es, dass dieses in den Beratungen mehrfach gefordert worden sei. Der Vorschlag einer Zulassung jedoch wird von der Versammlung nicht explizit unterstützt. Allerdings enthält der Text den Wunsch, mit einer vom Papst im Jahr 2016 eingesetzten Kommission zum Frauendiakonat in Austausch zu treten.

Appelle enthält das Papier auch zum Einsatz für die Rechte von Indigenen im Amazonasgebiet, die Würdigung indigener Traditionen und den Umweltschutz. Das Schlussdokument hat keine bindende Kraft, dient aber als Grundlage für die Meinungsbildung des Papstes für ein eigenes Schreiben. Dieses soll bis Ende Jahr vorliegen.

kath.ch/Regula Vogt-Kohler

 

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