Letzter Schliff am erarbeiteten Tanz vor der Präsentation in der Kirche. | © Christoph Gysin
27.10.2021 – Aktuell

«Der heutige Tag ist wie ein Neuanfang»

150 Jugendliche erlebten am «Tag der Jugend» das Kloster Mariastein

Rappen, Schmieden, Rosenkranz: Der «Tag der Jugend» am 23. Oktober konfrontierte die gastgebenden Mönche ebenso mit Ungewohntem wie die Jugendlichen auf Besuch im Kloster Mariastein.

Ein Versuch, ein Erfolg: Rund 150 Jugendliche aus drei Kantonen waren dabei, als im und ums Kloster Mariastein erstmals ein «Tag der Jugend» stattfand. Zweifellos war das grandiose Herbstwetter am Samstag, 23. Oktober, für Gäste und Gastgeber gleichermassen ein Aufsteller. Die Teilnehmer/innen kamen aus sieben katholischen Jugendgruppen: Firmanden/innen aus dem Solothurnischen Leimental, aus Aesch, Muttenz, St. Clara Basel und dem Pastoralraum Untergäu (Kanton Solothurn), eine Religionsklasse von Heiliggeist Basel und Jugendliche aus dem erst im September errichteten Pastoralraum Wandflue (Grenchen-Bettlach).

Schmieden mit Röbi Husistein. | © Pia Zeugin, Kloster Mariastein

Dank dem Engagement von rund 40 Helferinnen und Helfern konnten sich die Jugendlichen in unterschiedlichen Ateliers einbringen: Zum Beispiel Tanz im Saal des Hotels Post oder Rap im Klosterhotel Kreuz, ein Escape-Room in einem Sitzungszimmer des Klosters, Rosenkranzknüpfen in der Sieben-Schmerzen-Kapelle, aber auch Outdoor-Aktivitäten. Dazu gab es Gelegenheit zur direkten Begegnung mit den Mönchen.

Auch die Klosterkirche selbst wurde zum Schauplatz: Im «Schlussbouquet» am Nachmittag brachten sieben junge Frauen der Tanzgruppe ihre Choreografien zwischen den Kirchenbänken und dem Chorgitter zur Aufführung. Ungewohnte Bilder und Klänge in den heiligen Hallen …

Abt Peter von Sury setzte in seiner Ansprache an die Jungen das Handy in Beziehung zur Klosterregel des heiligen Benedikt aus dem 6. Jahrhundert. «Ein gutes Wort ist mehr wert als die beste Gabe», zitierte Abt Peter aus der Benediktsregel und schloss daran den Wunsch an: «Ich hoffe, dass ihr euch einmal erinnern werdet: In Mariastein habe ich ein gutes Wort mit auf den Weg bekommen.»

Auch die Frau Landammann des Kantons Solothurn, Susanne Schaffner, zeigte sich beeindruckt, ja ergriffen von der guten Stimmung, die sie am «Tag der Jungen» mitbekam. Kurz und knapp erklärte sie den Jugendlichen ihre Arbeit als Regierungsrätin: «Ich mache Politik, das betrifft euch alle.» Nachdrücklich warb sie bei den Jungen für das Mitmachen: «Ihr habt das Recht mitzubestimmen.»

Nach der langen, coronabedingten Durststrecke hatte die lockere Begegnung von 150 Jugendlichen mit dem Kloster und den Mönchen von Mariastein auch für die Regierungspräsidentin etwas Befreiendes: «Was ich heute erlebte habe, ist für mich wie ein Neuanfang.»

Christian von Arx