Die basel-städtische Synode tagte in Riehen, wegen Corona durchgehend mit Maske. | © Regula Vogt-Kohler
01.12.2021 – Aktuell

Umnutzung braucht Ideen und Zeit

Die Synode Basel-Stadt befasste sich mit Voranschlag und Gebäudestrategie

Die Römisch-Katholische Kirche Basel-Stadt muss die Zahl der Gebäude im Verwaltungsvermögen reduzieren. Bezüglich konkreten Vorgehens hat sich in der Synode der Kirchenrat durchgesetzt. Bis Herbst 2022 will er in Absprache mit den Pfarreien Vorschläge für Umnutzungen auf der Basis einer Grobplanung vorlegen.

Aufgrund der stetig sinkenden Mitgliederzahlen und des damit verbundenen Rückgangs der Steuereinnahmen ist es klar: Der Raumbedarf für kirchliche Aktivitäten nimmt ab, und gleichzeitig wird es immer schwieriger, die finanziellen Mittel für Unterhalt und Sanierung der Gebäude zusammenzubekommen. Würde man dafür im aktuellen Budget 2022 Rückstellungen gemäss der von einer Spezialkommission vorgelegten neuen Gebäudestrategie vornehmen, wäre ein Defizit von 2,5 Millionen Franken die Folge, erläuterte Thomas Holinger, Mitglied der Synodenfraktion Heiliggeist und Präsident der Finanz- und Rechnungsprüfungskommission.

«Da läuten bei mir alle Alarmglocken!», sagte Beatrice Inglin (Heiliggeist). Es sei eher fünf nach als vor zwölf Uhr, und sie habe nicht das Gefühl, dass die RKK BS noch zehn Jahre Zeit habe. Dies bezog sich auf den Antrag des Kirchenrats, im September 2022 eine Planung für die nächsten zehn Jahre vorzulegen. Darauf hatte die Fraktion Heiliggeist mit einem Antrag zur Beschleunigung des Prozesses reagiert: Neben der Einsetzung einer externen Begleitung und einer Begleitgruppe beinhaltete der Antrag auch die Vorgabe, dass die Pfarreien bis März 2024 hätten entschieden haben müssen, von welchen Liegenschaften sie sich trennen bzw. welche sie umnutzen oder gemeinsam mit anderen weiternutzen wollen. Ab Budget 2025 hätte dann das von der Spezialkommission vorgeschlagene neue Finanzierungsmodell gegolten.

Bis Herbst 2022 erste Leitlinie

Ein Wechsel innert drei Jahren sei völlig unrealistisch, sagte Kirchenratspräsident Christian Griss dazu. Das Beispiel Don Bosco zeige, dass es Ideen und vor allem Zeit brauche, bis eine gewinnbringende Umnutzung zustande komme. Kirchenrat Beat Schönenberger, soeben frisch in den Kirchenrat gewählt und dort für das Bauressort zuständig, räumte ein, dass die RKK BS wohl keine zehn Jahre Zeit habe. Man stehe vor einer sportlichen Aufgabe, die nur möglich sei mit einer schlanken Struktur. Bis Herbst 2022 soll eine erste Leitlinie vorliegen.

Das weitere Vorgehen der Variante Kirchenrat sieht gemäss Bericht an die Synode so aus: In Kenntnisnahme dieser Planung soll die Synode im November 2022 darüber entscheiden, ob, wie von der Spezialkommission Gebäudestrategie vorgeschlagen, eine direkte Steuerung über Mitglieder/Finanzen implementiert oder ob in Zusammenarbeit mit den Pfarreien projektbezogen und im Rahmen einer 10-Jahres-Planung Schritt für Schritt der Raum im Verwaltungsvermögen reduziert werden soll.

In der Diskussion zeichnete sich schnell eine Mehrheit für den Antrag des Kirchenrats ab. Der Ansatz der Projektbezogenheit sei gewinnbringender, sagte Donatella Portale (San Pio X). In der Abstimmung siegte der Kirchenrat deutlich.

Voranschlag ausgeglichen

Den Voranschlag 2022 genehmigte die Synode ohne Diskussion. Das Budget rechnet mit einem kleinen Ertragsüberschuss von knapp 27’000 Franken. Mit 10,8 Millionen Franken seien die Steuereinnahmen vorsichtig geplant, sagte der für die Finanzen zuständige Kirchenrat Patrick Kissling. Wie sich der Systemwechsel bei den Steuern auswirken werde, sei die grosse Unbekannte, doch er habe das Gefühl, es werde keine negativen Überraschungen geben.

Regula Vogt-Kohler