Ausländerdienst Baselland: Präsident Joseph Thali-Kernen mit dem neuen Geschäftsleiter Oliver Bolliger (ab 1.1.2020) und dessen Vorgänger Franz Vogel (von links). | © zVg
02.01.2020 – Aktuell

Stabwechsel beim Ausländerdienst Baselland

Ein Pionierprojekt der Integration mit Beteiligung der Kirchen

Der ald/Ausländerdienst Baselland, das Kompetenzzentrum für Integrationsfragen, steht seit Neujahr unter neuer Führung. Franz Vogel hat die Leitung des vor 56 Jahren von Kirchen, Wirtschaft und Kanton gegründeten Vereins an Oliver Bolliger übergeben.

Der ald/Ausländerdienst Baselland wurde 1964 von der Römisch-katholischen und der Evangelisch-reformierten Landeskirche Basel-Landschaft, dem Baumeisterverband und dem damaligen Vorsteher des Kantonalen Amts für Industrie, Gewerbe und Arbeit (KIGA) als «niederschwellige Anlaufstelle für Ratsuchende» ins Leben gerufen – «pionierhaft, visionär und vorausschauend», wie der ald in seiner Medienmitteilung schreibt. Ziel war eine unterstützende Anlaufstelle für ratsuchende Migrantinnen und Migranten.

«Es sind immer Menschen …»

Waren es damals Menschen vorwiegend italienischer und portugiesischer Herkunft, welche von der florierenden Wirtschaft mit «Handkuss» als Arbeitskräfte aufgenommen wurden, haben sich die Nationalitäten und Kulturen der Menschen, welche die Region heute aufsuchen, gewandelt. Die Herausforderung einer positiven ganzheitlichen Integration jedoch sei die gleiche geblieben, stellt der ald fest: «Es sind immer Menschen, welche hier eine neue Heimat suchen.»

So habe sich der ald zum eigentlichen Kompetenzzentrum für Integrationsfragen in der Region entwickelt. War er zu Beginn nur eine Anlauf- und Beratungsstelle, verbunden mit reinen Frauen-Deutschkursen, bietet der ald heute eine Beratungsstelle in zwölf verschiedenen Sprachen sowie einen Dolmetsch- und Übersetzungsdienst in über 60 Sprachen an. Zum festen Angebotsteil gehören Deutschkurse in ganz verschiedenen Versionen, als Vorbereitung zu einer angestrebten Einbürgerung auch Staatskundekurse. Ein weiteres Tätigkeitsfeld sind umfassende Integrations- und Eingliederungsmassnahmen.

Rund 300 Mitarbeitende

Laut der Medienmitteilung arbeiten heute für den ald rund 300 Mitarbeitende in unterschiedlichen Arbeits- und Anstellungsverhältnissen. Die Finanzierung stemmt der Verein durch Leistungsverträge, Spenden und Mitgliedschaften sowie sich selbst finanzierende Dienstleistungen. «Eine immer wieder neue und sehr anspruchsvolle Herausforderung», hält Franz Vogel fest. Sein Motto in seinen 14 Jahren als Geschäftsleiter war, eine Organisation mit und für Menschen verschiedener Kulturen mit grösstmöglicher Sozialkompetenz und nach verträglichen Wirtschaftsprinzipen zu führen. Hilfesuchenden Migrantinnen oder Migranten bei ihrer Eingliederung helfen zu können, war Vogel genauso wichtig wie ein existenzsicherndes Finanzergebnis für den Verein ald zu erzielen.

Auf Ende 2019 ist Franz Vogel in den Ruhestand getreten. Oliver Bolliger (48), ausgebildeter Sozialarbeiter und langjähriger Verantwortlicher einer Suchtberatungsstelle in Basel, hat per 1. Januar 2020 die Geschäftsleitung des ald übernommen.

kh