09.05.2019 – Was mich bewegt

«Sind Sie dann Frau Kaplanin?»

Ich werde Ende Juli in Pension gehen. Nach 39 Jahren als Seelsorgerin und Theologin unterwegs in Pfarrei, Seelsorgeverband und Region, davon 30 Jahre in unserem Bistum Basel, gehen meine Gedanken und Gefühle auch zurück zur gesellschaftlichen Situation zu Beginn meines Theologiestudiums. Das war eine Aufbruchsstimmung damals 1975: das Internationale Jahr der Frau, Ende des Vietnamkrieges, in Deutschland die Würzburger Synode als nationale Umsetzung des Zweiten Vatikanischen Konzils, dem auch meine damals neue pastorale Berufsgruppe zu verdanken ist, und Hunderte Theologiestudierende waren unterwegs.

In einer Pfarrei in Koblenz im Bistum Trier während meines Pastoralkurses fragte mich die Präsidentin vom Altersnachmittag: Wie sollen wir Sie denn nennen, sind Sie dann Frau Kaplanin? War diese Frau ihrer Zeit voraus? Leider nein!

Viele Themen mahnen die Dringlichkeit von Veränderung an bezüglich Verteilung der Entscheidungskompetenzen, Weihevoraussetzungen, sorgfältig gestalteten Abschieden und Mut zu neuen Gefässen für die Verkündigung.

Wie wird unsere Kirche von morgen aussehen?

Auch wenn ich pensioniert bin, will ich in unserer Kirche engagiert bleiben.

Gabriele Tietze Roos, Regionalverantwortliche Bistumsregion St. Urs