Benediktinerin und Dichterin: Silja Walter im Alter von 90 Jahren im Sprechzimmer des Klosters Fahr. | © Kloster Fahr/www.siljawalter.ch
04.04.2019 – Aktuell

Silja Walter – sie bringt die Welt zum Singen

Anlässe zum 100. Geburtstag ermöglichen Begegnungen mit dem Werk der «schreibenden Nonne»

Die Benediktinerin Silja Walter, gestorben am 31. Januar 2011 im Kloster Fahr, war ­eine Schriftstellerin und Dichterin von aus­serordentlicher Vitalität und zeitloser Schaffenskraft. Geboren am 23. April 1919 in Rickenbach bei Olten, jährt sich ihr Geburtstag demnächst zum 100. Mal.

 

«Nach anfänglichem Verstummen beim Eintritt ins Kloster hat Silja Walter das Wort gefunden, das die Welt zum Singen bringt», schrieb der Pädagogikdozent Max Röthlisberger. Lyrik, Prosabände, Festspiele, Oratorien und wichtige theologische Texte: Das Werk von Silja Walter inspiriert noch heute und ist durch Theater, Tanz, Lesung, Gespräch oder kirchliches Feiern mannigfaltig lebendig.

Silja (Cécile) Walter wurde am 23. April 1919 in Rickenbach bei Olten in die Kammmacher-Dynastie und Verlegerfamilie Walter hineingeboren. Ihre ersten Gedichte erschienenen 1944 in der Zeit einer schweren Lungenerkrankung. 1948 trat Silja Walter ins Kloster Fahr ein. Nach Jahren des nicht einfachen Einlebens im Kloster begann sie intensiver zu schreiben. Viele ihrer Texte inspirierten Komponisten und Musiker. 2008 verfasste die «schreibende Nonne», wie sich Silja Walter selber nannte, ihre literarische Autobiografie «Das dreifarbene Meer». Darin blickt die 90-Jährige auf ihr Leben zurück – ein Leben im Spannungsfeld zwischen persönlichem Glauben, klösterlicher Disziplin und künstlerischem Schaffen.

Unter den Gedenkanlässen zum 100. Geburtstag würdigt die Ausstellung in Dornach besonders den regen Kontakt von Silja Walter zum Schwarzbubenland und zu dessen Menschen.     kh

 

In Dornach

Die Pfarrei St. Mauritius, Dornach, zeigt im Heimatmuseum Schwarzbubenland in der alten Mauritiuskirche Dornach eine Ausstellung «100 Jahre Silja Walter». Mit Originaldokumenten, Fotografien und Bildern führt sie in den Werdegang und in die Gedankenwelt von Silja Walter ein. Eröffnung: Dienstag, 23. April, 18.30 Uhr, mit einem Vortrag von Ulrike Wolitz. Öffnungszeiten: 23. April bis 19. Mai, jeweils Mittwoch 17 bis 19.30 Uhr, Samstag 14 bis 18 Uhr, Sonntag 14 bis 17.30 Uhr.

An der Finissage am Sonntag, 19. Mai, 16 bis 17 Uhr berichtet Pfarrer Ernst Eggenschwiler von seinen Begegnungen mit Silja Walter. Die Sopranistin Marion Ammann (Dornach) singt «Kalenderlieder» mit Texten von Silja Walter, vertont von Robert Heeb (Allschwil).

Am Sonntag, 5. Mai, 20.30 Uhr, ist in der neuen Mauritiuskirche Dornach das Schauspiel «Der Engel» von Silja Walter zu sehen, aufgeführt vom Theater 58.

Ebenfalls in der neuen Mauritiuskirche wird am Sonntag, 27. Oktober, 17 Uhr, die Uraufführung «Die Feuertaube» stattfinden, ein Zyklus für Sopran und Kammerorchester nach Gedichten von Silja Walter, vertont von Enrico Lavarini (Walenstadt).    kh

 

In Mariastein

«Dichtung aus benediktinisch-klösterlichem Geiste»: Unter diesem Titel widmet das Kloster Mariastein seine Sommerausstellung 2019 der Benediktinerin Silja Walter. Mit ihr verbindet die Ausstellung die Erinnerung an zwei Patres aus dem Kloster Mariastein, die sich ebenfalls als Schriftsteller und Dichter betätigt hatten und mit Schwester Silja Walter in Kontakt standen. P. Vinzenz (Ernst) Stebler (1917–1997) aus Nunningen und P. Bruno Stephan Scherer (1929–2017) aus Gretzenbach, ehemaliger Pfarrer in Beinwil.

Vernissage: Samstag, 11. Mai, 15.15 Uhr, im Klosterhotel Kreuz. Begrüssung: Abt Peter von Sury. Es sprechen P. Lukas Schenker und Pia Zeugin. Gleichzeitig wird die Ausstellung «Aufbruch ins Weite» mit Klosterkunst eröffnet. Mit der Choralschola des Klosters Mariastein. Im Anschluss: 16.30 Uhr, Klosterplatz 17: Gedichte und Texte von Silja Walter, gelesen von der Herausgeberein ihres Gesamtwerks im Paulusverlag, Ulrike Wolitz. Ausstellung: Im Ausstellungsraum des Klosters, an Sonn- und Feiertage vom 11. Mai bis 31. Oktober (an anderen Tagen an der Klosterpforte melden).  kh

www.kloster-mariastein.ch

 

Im Kloster Fahr

Das Kloster Fahr an der Limmat im Kanton Aargau feiert Silja Walter mit Gedenkanlässen in der Woche nach Ostern. Am Osterdienstag, 23. April, an ihrem 100. Geburtstag, sind Namensvetterinnen zu einem «Silja-Tag» ab 15 Uhr ins Kloster eingeladen (Anmeldung bis Mitte April an info@kloster-fahr.ch oder über www.siljawalter.ch).

Ebenfalls am 23. April ab 19.30 Uhr wird in der Klosterkirche die Theater- und Musikproduktion «Ich habe den Himmel gegessen» aufgeführt (Anmeldung bis 18. April an Telefon 043 455 10 40 oder über www.siljawalter.ch). Diese Produktion ist bis am Samstag, 14. September, 19.30 Uhr im Kloster Dornach zu Gast.

Vom 24. bis 26. April finden im Riegelhaus des Klosters Fahr, je ab 19.30 Uhr, drei Gesprächsabende statt. An diesen «Stafettengesprächen» geben Priorin Irene Gassmann und weitere Persönlichkeiten Perlen aus ihrer Begegnung mit Silja Walter preis.

Am 28. April wird der Silja-Walter-Weg mit einem Festakt für geladene Gäste eingeweiht. Der zehnteilige Stationenweg auf dem Gelände des Klosters ist danach frei begehbar. kh

www.siljawalter.ch