Monika Hungerbühler ist die römisch-katholische Co-Leiterin der Offenen Kirche Elisabethen. | © Regula Vogt-Kohler
15.04.2019 – Aktuell

Seit 25 Jahren offen für alle und alles

Am 30. April 1994 startete in Basel die erste Citykirche der Schweiz

Die Offene Kirche Elisabethen feiert ihr 25-Jahre-Jubiläum während einer ganzen Woche. Der Reigen beginnt am 26./27. April mit einer theologischen Tagung, an der nur Frauen referieren und miteinander sprechen, und endet am 4. Mai mit dem Frühlingsfest der Flüchtlingsprojekte Da-Sein und Frau-Sein und einer Ü30-Party.

 

Alle fünf Jahre fällt die Walpurgisnacht in der Offenen Kirche Elisabethen (OKE) aus: Der Geburtstag hat dann Vorrang. In diesem Jahr jährt sich der Eröffnungstag zum 25. Mal. Die OKE feiert das Jubiläum rund um den 30. April eine Woche lang, vom 26. April bis 4. Mai.

 

Frauen haben das Wort

Los gehts mit einem theologischen Wochenende. Unter dem Titel «Frisch und weise» werden nur Frauen referieren und miteinander sprechen, eingeladen sind aber alle, also auch Männer. Den Auftakt macht am Freitag, 26. April, 18.30–21.30 Uhr, eine Frau, deren Beruf oder vielmehr Berufung man nicht auf den ersten Blick erraten würde. Die US-amerikanische Pfarrerin Nadia Bolz-Weber hat nicht nur Tattoos, sondern auch die visionäre Vorstellung einer Kirche für Ausgestossene. Die lutherische Pfarrerin, die in Denver das «House for all Sinners and Saints» gegründet hat, wird gemäss Veranstaltungsflyer «eine Kirche und Theologie beschreiben, die relevant und inklusiv, politisch klar und menschlich integer und vor allem biblisch-evangelisch sein wird». Am Samstag, 27. April, geben Frauen aus verschiedensten Berufen, Altersgruppen, Erfahrungshintergründen und spirituellen Wurzeln Inputs in Kurzreferaten und Gesprächsrunden.

Die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist eines der zentralen Anliegen, denen sich die OKE in ihrem Grundsatzpapier verschrieben hat. «Die Offene Kirche Elisabethen engagiert sich für Themen im sozialen, wirtschaftlichen und politischen Bereich und setzt sich für die Nachhaltigkeit ein», liest man da auch. Und: «Als Ort der Gastfreundschaft öffnet die Offene Kirche Elisabethen ihre Türen für alle.»

Die OKE ist seit 25 Jahren ein Ort für alle und (fast) alles. Die 1864 eröffnete neugotische Kirche bietet Raum für unterschiedlichste Veranstaltungen und Angebote im spirituell-religiösen, kulturellen und sozialen Bereich: Gebete, Gottesdienste und Heilungsfeiern, Musik am Mittwochmittag, Geschenketausch-Aktionen für Kinder, Disco, Diskussionsrunden und vieles mehr. Dieses Konzept soll auch weiterhin gelten. «Das Rezept stimmt immer noch», hält Monika Hungerbühler, römisch-katholische Co-Leiterin, fest.

 

Projekte für Flüchtlinge

«In den letzten fünf Jahren haben sich die Gewichte in den sozialen Bereich verschoben», berichtet Hungerbühler und verweist auf die Flüchtlingsprojekte, die Anfang 2015 mit Da-Sein starteten. Dazu kam im April 2017 Jung-Sein, ein Angebot, das ins Da-Sein reinte­griert wurde, da zwar genügend junge Flüchtlinge, aber nicht genügend hiesige Gleichaltrige kamen. Seit rund einem Jahr steht der Tagestreff jeweils am Dienstag exklusiv für Frauen offen. Das Projekt Frau-Sein hat eine Spende aus dem Erlös einer Secondhand-Handtaschenbörse ermöglicht, welche die Soroptmist und Zonta Clubs, zwei Serviceorganisationen für Frauen, in der OKE durchgeführt haben.

Regula Vogt-Kohler

 

www.jubilaeum.offenekirche.ch