Comedy statt Gottesdienst: An der Langen Nacht der Kirchen 2018 ist die Slam-Poetin Patti Basler in der Kirche Bremgarten AG aufgetreten. | © Felix Wey, LNK 2018
20.05.2021 – Aktuell

Kirchen machen die Nacht zum Tag

Lange Nacht der Kirchen mit vielfältigem Angebot für alle Generationen

Wer denkt, Kirche finde nur am Sonntagmorgen statt, liegt falsch. Am 28. Mai, einem Freitagabend, öffnen viele Kirchen nicht nur zu ungewohnter Zeit ihre Türen, sondern zeigen sich auch von ungewohnter Seite. «Kirche heute» hat ins Programm geschaut und präsentiert eine Auswahl.

Der am 14. April verkündete Lockerungsschritt hat es möglich gemacht: Veranstaltungen sind wieder erlaubt, mit Schutzmassnahmen und Kapazitätseinschränkungen. Bereits Ende Februar hatten sich acht Kantone dafür ausgesprochen, an der um ein Jahr verschobenen Langen Nacht der Kirchen festzuhalten. Man wolle ein «Signal zum Aufbruch und zur Überwindung der Isolation» aussenden und vertraue darauf, «dass die vom Bundesrat […] verkündete langsame Öffnung nachhaltig sein» werde, heisst es in einer Mitteilung des federführenden Kantons Aargau.

Neben dem Aargau sind aus der Region Nordwestschweiz auch das Baselbiet und Solothurn dabei. Unsere Veranstaltungshinweise konzentrieren sich auf Angebote in römisch-katholischen Kirchen. Alle Anlässe findet man hier.

In Aesch gibt es von 22 bis 24 Uhr vor der römisch-katholischen Dorfkirche ein begehbares Lichterlabyrinth mit Kerzen. Die Begehung des Labyrinths soll zu einer meditativen Wanderung in die Innerlichkeit verhelfen. Periodisch gibt es Impulse zum Nachdenken. Im gleichen Zeitraum werden in der Kirche Namen von Menschen, die auf der Flucht über das Mittelmeer ihr Leben lassen mussten, verlesen.

In Allschwil und Schönenbuch dreht sich das ökumenisch erarbeitete Programm wie an vielen anderen Orten um Musik. Von 21 bis 23 Uhr lassen kleine Ensembles den Kirchraum der reformierten Christuskirche erklingen. In der römisch-katholischen Kirche St. Peter und Paul findet eine Filmvorführung mit Live-Orgelmusik statt (Spielzeiten 21 Uhr, 21.45 Uhr, 22.30 Uhr). In der christkatholischen Dorfkirche Allschwil lädt Pfarrer Thomas Zellmeyer zu poetisch-musikalischen Momenten ein. In der römisch-katholischen Kirche Johannes der Täufer in Schönenbuch spielt Dominik Sackmann von 21 bis 22 Uhr Orgelmusik rund um Johann Sebastian Bach.

Ganz andere Klänge sind im Pfarreizentrum Dreikönig in Füllinsdorf zu hören: Von 22 bis 23.30 Uhr spielt die Band BackTo Rockmusik. Musikalisch geht es auch in Münchenstein zu und her. In der Kirche St. Franz Xaver kann man von 18–01 Uhr die Inszenierung «RaumKlangLeuchten» des Akustiker- und Komponisten-Duos Neuhaus erleben.

In Liestal findet ab 17 Uhr das Eröffnungsfest für den Jurtensommer 2021 statt. Das Programm: Märli/Geschichten in der Jurte; Orgelführung und -konzert in der Kirche, Gong- und Trommelklänge in der Kirche, Kirchturmführung; Pfarreigarten, Sommerbistro. Wer sich für Pilgern, insbesondere im Birstal, interessiert, ist im Pastoralen Zentrum an der Munzachstrasse 2 in Liestal an der richtigen Adresse (19-22 Uhr).

Oberwil lädt unter dem Titel «Vom römischen Tempel bis Hans Arp» zu einer Reise durch 2000 Jahre Geschichte. Im Rahmen einer Führung erfährt man, wie aus einem römischen Tempel im 4. Jahrhundert eine christliche Kultstätte wurde und was in 1600 Jahren die katholische Kirche von Oberwil durchlebte, bis sie in den 1960er-Jahren vom Bildhauer Hans Arp visionär neugestaltet wurde. Untermalt mit Orgelmusik und Gedichten von Hans Arp kann man Kunst, Geschichte und Religion hautnah miterleben. Beginn ist in der Kirche um 19.15, um 21.00 und um 22.00 Uhr.

Ein abendfüllendes Programm wartet in der römisch-katholischen Kirche St. Josef in Sissach auf das Publikum. Von 19.30 bis 20.15 Uhr gibt es eine Pantomimenpredigt (wegen beschränkter Platzzahl bitte frühzeitig reservieren, Telefon 061 971 13 79). Nach dem offenen Singen (21–21.45 Uhr) geht es um 22 Uhr mit biblischen Geschichten am Feuer weiter. Den Schluss macht ein Nachtgebet (22.30–23 Uhr).

Die Anlässe der Pfarrei St. Stephan in Therwil thematisieren die neugestaltete St. Annakapelle und die acht neuen Figuren in der Kirche. Ab 19.30 Uhr gibt es Führungen in der St. Annakapelle, deren Inneres sich in einen Raum verwandelt hat, der zum Frieden einladen will (Start um 19.30/20.30/21.30 Uhr). Was es mit den acht neuen Personen auf sich hat, können Kinder und ihre Eltern gemeinsam herausfinden. Die Entdeckungsreise dauert 20 Minuten und startet jeweils um 18.00/18.30/19.00/19.30 Uhr.

In kleinerem Rahmen beteiligen sich etwa Laufen (Taizégebet in der Herz-Jesu-Kirche um 21.20–22 Uhr) und Oberdorf (19–20.30 Uhr Sternengebet in der Bruder-Klaus-Kirche, ökumenische Liturgie mit Musik). Ein Taizégebet gibt es auch in der Ökumenischen Kirche Flüh (19–19.45 Uhr); danach folgt um 20 Uhr die Vorführung des Films «Das erste Evangelium: Matthäus» von Pier Paolo Pasolini.

Mit einem speziellen Programm von 18 bis 23 Uhr wartet das Kloster Mariastein auf. Los geht es um 18.10 Uhr mit einer Vesper. Von 19.30 bis 20 Uhr gibt es Orgelspiel, von 20 bis 20.30 Uhr eine marianische Komplet. Von 21 bis 23 Uhr werden mit einer Power-Point-Präsentation Kunstwerke des Klosters gezeigt, begleitet von Musik. Von 18.10 bis 23 Uhr steht die Kreuzausstellung von Pater Lukas Schenker offen.

Regula Vogt-Kohler