Unterwegs bei jedem Wetter (Jubla Rheinfelden im Sommerlager 2018). | © Simona Capomolla
08.06.2020 – Aktuell

Lagerspass mit Schutzkonzept

Die Sommerlager von Jungwacht Blauring können stattfinden

Das Coronavirus hat viele Ferienpläne über den Haufen geworfen, doch mit dem Bundesratsentscheid vom 27. Mai sind die Sommerlager von Jungwacht Blauring (Jubla) definitiv möglich geworden. Einzelne Scharen verzichten jedoch und bieten ­Alternativen «zuhause» an.

Auf dem Höhepunkt der Coronakrise mögen beim einen Jungwächtler oder dem anderen Blauringmädchen Zweifel daran aufgekommen sein, ob es sich lohnt, Sommerlager zu planen und sich darauf zu freuen. Mit dem am 27. Mai verkündeten Lockerungsschritt ist nun aber klar, dass die Vorbereitungen nicht für die Katze waren. «Die Sommerlager sind grundsätzlich durchführbar, wenn auch mit Auflagen und Einschränkungen», hält Manuel Schwarz, Mitglied der Kantonsleitung der Jubla Basel, gegenüber «Kirche heute» fest.

Möglich sind sowohl Zelt- als auch Hauslager. Die für die gesamte Lagergemeinschaft geltende Obergrenze liegt bei 300 Personen. Damit gebe es in der Region Basel keine Probleme. Die 300-Personen-Regel hat jedoch das von den Luzernern geplante Kantonslager verunmöglicht.

Schwarz ist Mitglied einer Projektgruppe, die ein nationales Schutzkonzept für die nun bald beginnenden Lager erarbeitete. Dabei orientierte man sich am Grundsatz «so wenig Einschränkungen wie möglich». Seit 5. Juni liegt das Konzept in definitiver Fassung vor. Bereits am 27. Juni verreisen die ersten Scharen ins Lager. Das sind sportliche Vorgaben für die Vorbereitungsarbeiten. «Die Planungsunsicherheit war extrem gross», sagt Schwarz. «Wir haben den Scharen empfohlen, K.o.-Kriterien festzulegen und Deadlines zu setzen.»

Absagen und Alternativen

Unterdessen haben einzelne Scharen diese Grenzen erreicht und ihre Lager abgesagt. Beispielsweise Birsfelden: Bereits Ende April sah sich die Jubla Birsfelden «schweren Herzens gezwungen», das Sommerlager abzusagen, wie es auf der Homepage heisst. Wegen der Grösse der Schar müsse vieles schon früh vorausgeplant werden, und man habe nun den «Point of no return» in der Planung erreicht. Auch für den Blauring Aesch, den Blauring Oberwil, die Jubla St. Clara Basel, den Blauring Reinach/Münchenstein und die Jubla Sissach fällt das Sommerlager dieses Jahr aus.

Die Lager sind allerdings nicht ersatzlos gestrichen. Es gibt alternative Angebote vor Ort, die nun natürlich auch noch unter Beachtung aller geltenden Coronaregeln im Detail vorbereitet werden müssen. So beispielsweise in Sissach: «Wir arbeiten bereits mit allen Mitteln daran, in der ersten Sommerferienwoche mit einem Alternativprogramm in Sissach und Umgebung die Ferien gebührend einzuläuten. Mit einem passenden Schutz- und Hygienekonzept können wir die Gesundheit der Teilnehmenden und der Leiter gewährleisten.»

Hände waschen als Ritual

In den Scharen, welche an ihren Lagern festhalten, geht es in einen intensiven Endspurt der Planungen. Bei der Erarbeitung des Jubla-Schutzkonzeptes habe man auch darauf geschaut, was die anderen Jugendverbände machen, erläutert Manuel Schwarz. Da die Jubla auch Swiss Olympic angehört, sind ­zudem Regeln der Dachorganisation der Schweizer Sportverbände ins Jubla-Konzept eingeflossen. So sind nur sportliche Aktivitäten erlaubt, bei denen ein gewisser Abstand eingehalten werden kann. Damit ist Fussball möglich, nicht aber Schwingen. Als Hilfestellung für die Lagerorganisationen gibt es eine Liste mit Spielideen ohne grossen Körperkontakt. Im Bereich Verpflegung zählen die Vorgaben von Gastrosuisse.

Ein zentraler Punkt wird auch in den Sommerlagern das Händewaschen sein. Es gilt deshalb dafür zu sorgen, dass ständig Wasser und Flüssigseife zur Verfügung stehen. Zudem wird empfohlen, ein Händewaschritual mit genauem Ablauf einzuführen.

Um zu vermeiden, dass es zu Ansteckungen ohne Möglichkeit der Rückverfolgung der Kontakte kommt, sollen sich die Lagergemeinschaften möglichst nicht mit anderen Gruppen mischen. Innerhalb des Lagers soll die Lagerküche als beständige Kleingruppe funktionieren. Das bedeutet konkret: keine Küchen- oder Abwaschpartys.

Krisenteam und Fachpersonen

Auch das beste Schutzkonzept ist keine Garantie dafür, dass nichts passiert. Was, wenn im Lager Corona-Fälle auftreten? Für diesen und andere Notfälle steht das Krisentelefon zur Verfügung. Das Krisenteam und bei Bedarf Fachpersonen aus verschiedenen Bereichen stehen der betroffenen Schar zur Verfügung. Das Krisentelefon, das auch die Funktion eines Beratungstelefons habe, sei in der Anfangsphase der Coronakrise rege genutzt worden, erzählt Schwarz.

Regula Vogt-Kohler