Erste Eucharistiefeier und Einsegnung mit Bischof Felix Gmür. | © Regula Vogt-Kohler
30.06.2021 – Aktuell

Der Schlussstein von Don Bosco

Mit der Einweihung der Kapelle ist das Projekt Don Bosco abgeschlossen

Kirche und Musik haben in Don Bosco im Basler Breitequartier zu einem neuen Miteinander gefunden. Während das Musik- und Kulturzentrum bereits seit Herbst 2020 in Betrieb ist, dauerte es bis zur Wiedereröffnung der Kapelle etwas länger.

Als Mitte Oktober 2020 das Musikzentrum Don Bosco seine Türen öffnete, rollte die zweite Coronawelle. Auch der Einweihung der renovierten Kapelle im Untergeschoss hat die Pandemie ihren Stempel aufgedrückt. Der Anlass konnte nur in kleinem Kreis stattfinden. Der Freude über die Wiedereröffnung tat dies keinen Abbruch. Bischof Felix Gmür, der den neuen Altar einsegnete, zeigte sich von der Renovation überwältigt.

Besonders angetan hat es ihm die Wand hinter dem Altar. Zwei Fresken zeigen je eine Gruppe Menschen mit dem Kirchenpatron Don Bosco und dem Schweizer Nationalheiligen Bruder Klaus. Zwischen diesen beiden Gemälden ist über dem Tabernakel ein Kreuz zu erkennen – und der Schatten einer Figur. Früher stand hier eine aus Holz gefertigte Madonna, diese ist nach draussen an die Eptingerstrasse gezügelt und zu einer festen Grösse im Quartier geworden. Immer mal wieder liege dort eine Blume, berichtet Architekt Martin Pfister in seiner Dankesrede beim Apéro.

Geist und Wahrheit

Christus erhalte Gestalt durch Don Bosco und Bruder Klaus, sagte der Bischof in seiner Predigt, die sich auf einen Aufruf des Apostels Paulus zum solidarischen Teilen von Überfluss bezog. «Sie können sich selbst in die Bilder hineinkopieren», sagte Felix Gmür. «Sie können auch ein bisschen Ausgleich schaffen zwischen Frauen und Männern, das wäre auch nicht schlecht.» Jede und jeder könne im Nächsten Christus erkennen.

«Was wirklich zählt, ist Inspiration, Geist, Wahrheit, und alles, was Materie ist, hilft», betonte der Bischof. «Geist und Wahrheit sind gegenwärtig, wenn wir am Altar Tod und Auferstehung feiern.» Deshalb werde der Altar geweiht.

Schwierige Suche nach neuer Nutzung

Nach der Eucharistiefeier mit Einsegnung gab es einen Apéro, bei dem sich von einem Geigenduo des Basler Kammerorchesters virtuos dargebotene Musik und Dankesadressen abwechselten, bevor dann das leibliche Wohl im Zentrum stand. Der Dank des Architekten galt unter anderem der Römisch-Katholischen Kirche Basel-Stadt, welche bei der Renovation der Kapelle Mut gezeigt habe. So überrascht die Kapelle, die früher als eher düsterer Ort galt, mit modernen weissen Stühlen und einem silbrig grauen Holzboden.

Eine zentrale Rolle spielte Bruno Chiavi, Projektleiter Bau der RKK BS und Vorstandsmitglied des Vereins Kulturzentrum Don Bosco. Es sei ihm ein Anliegen gewesen, dass aus dem Projekt etwas werde, was beiden Seiten nütze, sagte er. Die Einsegnung der Kapelle sei wie ein Schlussstein. Chiavi sprach auch die lange Vorgeschichte an. Es sei sehr schwierig gewesen, eine neue Nutzung für die Kirche zu finden.

Die Don-Bosco-Kirche im Basler Breitequartier wurde 1935 erbaut. 2012 fand der letzte deutschsprachige Gottesdienst statt, im Sommer 2013 zog die Spanischsprachige Mission aus der Breite auf das Bruderholz. Als die neue Nutzung feststand, wurde die Kirche 2016 profaniert. Das Projekt Musik- und Kulturzentrum kam dank des Engagements grosszügiger Gönnerinnen und Gönner zustande.

Regula Vogt-Kohler

Nach der Einweihung gab es einen Apéro mit Musik und Dankesadressen. | © Regula Vogt-Kohler
Bischof Felix Gmür mit den Pfarreiseelsorgenden Katrin Schulze und Pfarrer Marc-André Wemmer. | © Regula Vogt-Kohler
Hier gehts zur Kapelle. | © Regula Vogt-Kohler