Benjamin Rytz (links) und Simeon Schneider, zwei Initianten des Klimastreiks, riefen beim Gebet im Münster dazu auf, der Schöpfung Sorge zu tragen, damit auch nachkommende Generationen die Vielfalt der Natur bestaunen können. | © Regula Vogt-Kohler
13.05.2019 – Aktuell

Gott will die Erhaltung der Schöpfung

Kaum waren die Münsterglocken am 7. Mai nach dem 19-Uhr-Läuten verstummt, begannen sie schon wieder zu erklingen. Anlass dazu war das ökumenische Gebet zur Erhaltung der Schöpfung, zu dem die Römisch-Katholische und die Evangelisch-reformierte Kirche (ERK) Basel-Stadt geladen hatten. Rund hundert Personen versammelten sich zum schlichten Anlass im Hochchor des Basler Münsters.

Gott habe den Menschen den Auftrag gegeben, die Schöpfung zu bewahren, sagte Stefan Kemmler, Pfarrer in St. Anton und Leiter des Pastoralraums Basel-Stadt. Kemmler hatte das Gebet zusammen mit Lukas Kundert, Pfarrer und Kirchenratspräsident der ERK BS, sowie Benjamin Rytz und Simeon Schneider, zwei jugendlichen Initianten des Klima­streiks Basel, vorbereitet. «Junge merken viel stärker als wir Erwachsenen, dass wir in Unfrieden mit der Schöpfung leben», sagte Kundert.

Die Menschen seien vom Weg eines Lebens im Einklang mit und des Respekts vor der Natur abgekommen, sagte Rytz. «Wir wollen, dass auch unsere Enkel noch wie wir staunen dürfen.» Die Idee, dass wir der Schöpfung Sorge tragen, sei durch und durch biblisch, sagte Simeon Schweizer und verwies auf den Naturwissenschaftler und Theologen Alister McGrath. Gemäss dessen Interpretation der Schöpfungsgeschichte (Gen 1,26) seien Menschen nicht die Eigentümer, sondern die treuhänderischen Verwalter der Schöpfung. Sich für die Schöpfung einzusetzen sei deshalb nicht nur gut im Sinne von Moral und Ethik, sondern Gottes Gebot an uns.

Mit dabei war auch Gottfried Locher, Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes. Er appellierte an die Jungen, den Ü30 nicht zu viel Platz im Klimastreik zu geben. Die Ü30 wiederum sollten bei den Jungen hinhören, und alle sollten sich bewusst sein, dass wir nicht allein handeln können.

Regula Vogt-Kohler

Ein ökumenisches Klimagebet findet am Freitag, 24. Mai, um 9.45 Uhr in der Theodorskirche in Basel statt.