Die goldene Altartafel, Teil des Basler Münsterschatzes, ist erstmals seit Langem wieder in Basel. | © RMN-Grand Palais (Musée de Cluny – Musée National du Moyen Âge) / Michel Urtado
10.10.2019 – Aktuell

Gold und Ruhm – Geschenke für die Ewigkeit

1000 Jahre Münster: Ausstellung im Basler Kunstmuseum

Genau tausend Jahre nach der Weihe des Heinrichsmünsters öffnet eine Ausstellung des Historischen Museums ihre Türen. Zu den prachtvollen Objekten, die im Neubau des Kunstmuseums zu sehen sind, gehört auch die goldene Altartafel.

 

Als sich Basel 1529 der Reformation anschloss, war kostbarer Kirchenschmuck nicht mehr en vogue. Vieles wurde im Bildersturm zerstört, anderes blieb erhalten, wenn auch im Verborgenen. Dazu zählte als Teil des Münsterschatzes auch eine goldene Altartafel, die Kaiser Heinrich II. anlässlich der Weihe des Münsterneubaus am 11. Oktober 1019 gestiftet haben soll. Die früheste Erwähnung dieses Stiftungsaktes findet sich allerdings erst in den Grossen Basler Annalen 1416.

 

Eher Bamberg als Basel

Vieles deutet darauf hin, dass das Prunkstück in einer Bamberger Werkstatt entstanden sein könnte. Und nicht nur das: Vermutlich war die Tafel auch gar nicht für Basel bestimmt. Basel erscheint als Bestimmungsort unwahrscheinlich, weil jeglicher Bezug zu den damaligen Kirchenpatronen (Maria, Johannes der Täufer und die Apostel) fehlt. Die Darstellung des heiligen Benedikts und des Erzengels Michael weist eher in Richtung Bamberg, genauer das Benediktinerkloster auf dem Bamberger Michelsberg.

 

Via Liestal nach Paris

Im 19. Jahrhundert geriet der Basler Münsterschatz in die Wirren der Kantonstrennung. So kam es, dass die goldene Altartafel 1836 im Liestaler Gasthof «Schlüssel» an einer Auktion angeboten wurde. Ein gewisser Johann Jakob III. Handmann erwarb die Tafel für 9050 Franken, verkaufte sie aber bereits zwei Jahre später an einen Oberst Victor Theubet. Dieser machte sich auf die Suche nach einem Käufer, und so tourte die Tafel durch Europa, bis sie 1852 in das Musée National du Moyen Âge (Musée Cluny) in Paris gelangte.

Nach mehr als eineinhalb Jahrhunderten in Paris kehrt das Original nun erstmals wieder ans Rheinknie zurück, wenn auch nur vorübergehend.

Regula Vogt-Kohler