Zu Gast im internationalen Basel: Zwei Polinnen konnten während des Jugendtreffens bei einer aus Kolumbien stammenden Mutter mit drei Kindern im Kleinbasel übernachten. | © Wiesia Klemens
13.01.2018 – Hintergrund

«Die frohe Grundstimmung hat angesteckt»

Gemeinsame Gebete und viele Begegnungen, auch innerhalb der Gastgemeinden

Das Taizé-Jugendtreffen war nicht nur für die jungen Gäste, die zu Tausenden nach Basel kamen, eine intensive Zeit. Der Einsatz, den die Gastgemeinden leisteten, war riesig. Es war die Arbeit mehr als wert, lautet der Tenor aus den Pfarreien.

»Alle haben wunderbare Tage erlebt», fasst es Andy Scherer vom Vorbereitungsteam in St. Franziskus in Riehen zusammen. «Die vielen Stunden Arbeit bekamen wir x-fach zurück.» Während Monaten suchten die Gastgemeinden nach Schlafplätzen in Gastfamilien, und lange stieg das Barometer nur langsam an. Am Schluss gab es dann aber sogar ein Überangebot. In Allschwil, wo katholische und reformierte Kirchgemeinden eine ökumenische Gastgemeinde bildeten, galt es rund 200 Gäste unterzubringen. Für die meisten gab es Plätze in Familien, etwa 30 übernachteten in Pfarreiräumlichkeiten. Es habe ihn erstaunt, dass so viele Leute, auch sehr kurzfristig, sich bereit erklärten, ihre Türen zu öffnen, meint Gabriele Balducci.
St. Franziskus in Riehen, eine der ersten Gastgemeinden, war schon vor den Sommerferien dank des Engagements von Leuten mit Taizéerfahrung bei rund 40 Plätzen, und nach einer eher ruhigen Phase ging es mit der wachsenden Medienpräsenz des Treffens ab Oktober schnell vorwärts. Für die 180 Gäste standen dann mehr als genug Plätze zur Verfügung. Es sei kein Problem gewesen, Plätze zu finden, berichtet auch Noemi Aegerter aus der Gastgemeinde Liestal. 251 Gäste waren in verschiedenen Gemeinden der katholischen und reformierten Kirchgemeinden von Liestal untergebracht, alle in Gastfamilien.

Viele Highlights

Eine grosse Herausforderung sei der Ankunftstag gewesen, erzählt Aegerter. «Es brauchte viel Arbeit und Nerven, und es war eine grosse Erleichterung, als wir dann sahen, dass es geklappt hat und alle untergebracht waren.» Für Sylvia Laumen von der Gastgemeinde Allerheiligen in Basel stehen das abendliche Zusammensein mit den Gruppenleitern und die vormittäglichen Gesprächsrunden zuoberst auf der Highlightliste. Die intensive Auseinandersetzung mit dem Glauben, die dabei zum Ausdruck kam, sei für sie sehr berührend gewesen. Balducci hebt die Begeisterung, die in den Begegnungen und in den Gottesdiensten in Allschwil und in der Stadt spürbar gewesen sei, hervor, und Scherers Highlights waren die schönen und intensiven Morgengebete in Riehen und Abendgebete in St. Jakob. Beeindruckt war er auch von den jungen Gästen. «Viele waren bescheiden, hilfsbereit, freundlich und kommunikativ. Viele sprachen ausgezeichnet englisch.»

Begegnungen in den Pfarreien

Das Taizé-Treffen hat in den Gastgemeinden ein Feuer der Freude und des Vertrauens angefacht. «Die frohe Grundstimmung hat angesteckt», sagt Laumen. Leute, die sonst immer nach Fehlern suchen würden, hätten auf einmal lobende Worte gefunden, und unter den Helferinnen und Helfern seien auch Leute gewesen, die man sonst nie in der Pfarrei sehe. Aegerter hält fest, dass sich die ökumenische Zusammenarbeit vertieft habe und neue Freundschaften entstanden seien. Viele Pfarreiangehörige hätten sich erst durch das Treffen kennengelernt, meint Scherer.

Regula Vogt-Kohler

Nächstes Jahr in Madrid

Nach Angaben des Taizé-Medienteams nahmen auch 3000 Personen aus Basel und Umgebung an Anlässen des Treffens teil. Neben den Mittagsgebeten und Thementreffen in der Stadt Basel fanden Morgengebete und in der Neujahrsnacht «Feste der Nationen» in den rund 100 Gastgemeinden in der Schweiz, Deutschland und Frankreich statt. «Basel» war das 40. Taizé-Jugendtreffen und das erste in ­einer trinationalen und zweisprachigen Region. Das nächste Treffen findet vom 28. Dezember 2018 bis 1. Januar 2019 in Madrid statt.