So stellt sich die Pfarrei Allerheiligen als Garten dar. | © Regula Vogt-Kohler
03.02.2020 – Aktuell

Früchte aus unterschiedlichen Gärten

Pastoralraum BS: 5. Begegnungs- und Entwicklungstag

Am 5. Begegnungs- und Entwicklungstag des Pastoralraums Basel-Stadt beschäftigten sich die rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter anderem mit der Frage, was die Kirche den unterschiedlichsten Menschen anbieten kann.

 

Sommerlich grüne Gartenbilder auf der Einladung illustrierten die für den 5. Begegnungs- und Entwicklungstag des Pastoralraums Basel-Stadt gewählte Analogie. Bei der Begrüssung in St. Michael verglich Béatrice Bowald von der Stabsstelle Pastoralraumleitung den Pastoralraum BS mit einer Gartenanlage, die verschiedene Gärten umfasst – unterschiedliche, aber gleichwertige. Und wie in einem realen Garten tut sich auch im Pastoralraum BS einiges. Neues wächst heran, treibt Blüten und Früchte, daneben gibt es auch Dinge, die nicht gedeihen, und Gebiete, die brach liegen.

Nach einem Spaziergang bei winterlichen Bedingungen vom Basler Hirzbrunnenquartier via Bäumlihof nach Riehen wärmten sich die rund 40 Teilnehmenden im Pfarreiheim St. Franziskus mit Kaffee, Tee und Gipfeli auf und erarbeiteten Kurzberichte über den Stand in ihren «Gärten». Den Drei-Minuten-Präsentationen war zu entnehmen, dass in den Seelsorgeräumen die Pflänzchen «Integration» und «Zusammenarbeiten» am Wachsen sind. Positive Signale gab es auch aus der Spezialseelsorge. Brachland ortet Sarah Biotti, Leiterin Spezialseelsorge und Diakonie, im Bereich Ökologie und Nachhaltigkeit.

Doch wie jeder Gärtner aus Erfahrung weiss, ist Misserfolg in jedem Garten ein ständiger Gast. Oder wie es die Vertreterin von Sacré-Cœur formulierte: «Wir müssen uns auch die Frage stellen: Was funktioniert nicht? Was müssen wir beerdigen?» Die Frage blieb ohne konkrete Antworten im Raum stehen und wird den Pastoralraum weiter begleiten.

Ein voller Erfolg war das Mittagessen, das den Seelsorgeraum St. Franziskus, zu dem neben der deutschsprachigen Pfarrei auch die kroatische Mission gehört, kulinarisch abbildete. Die kroatischen Spezialitäten, in zwei Varianten mit und ohne Fleisch, wurden mit Begeisterung verschlungen.

Mit vollem Magen gings ans Nachmittagsprogramm. Wie kann man die Menschen, die am Garten vorbeigehen, dazu bringen, ihn zu betreten und seine Früchte zu kosten? Anhand fiktiver Beispiele von Lebensgeschichten galt es, kirchliche Angebote für unterschiedliche Menschen vorzuschlagen. Was braucht/erwartet etwa ein 30-jähriger Single, dessen Tage von früh bis spät mit privaten und beruflichen Aktivitäten durchgetaktet sind, von der Kirche? Vielleicht könnte man den jungen Mann, der jeden Morgen kurz meditiert, via App mit einem spirituellen Impuls erreichen, hiess es vom Tisch der Spezialseelsorge. Ist das unsere Aufgabe? lautete das Echo aus den Seelsorgeräumen dazu. Detaillierte Informationen zur Frage, wer die Menschen in den Seelsorgeräumen sind und was man ihnen anbieten könnte, sammelt eine schriftliche Umfrage. Antworten sollen bis Mitte August 2020 eingereicht werden.

Auch der 5. Begegnungs- und Entwicklungstag bot neben dem von Ruth Meyer moderierten Programm reichlich Gelegenheit für einen individuellen persönlichen Austausch. Die 6. Ausgabe wird 2021 allerdings nicht mehr wie gewohnt Ende Januar, sondern im Frühling stattfinden.

Regula Vogt-Kohler