Rechtsberatung ist zentral: Im Auftrag einer Partnerorganisation von Brot für alle in Kamerun informiert eine Anwältin Frauen über ihre Rechte. | © Brot für alle/Tina Goethe
21.03.2019 – Aktuell

Frauen im Zentrum der Jubiläumskampagne

Ökumenische Kampagne: Seit 50 Jahren Engagement für eine gerechtere Welt

Die Stärkung der Rechte der Frauen ist das zentrale Anliegen der diesjährigen Ökumenischen Kampagne in der Fastenzeit. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei den katastrophalen Auswirkungen des Abbaus von Rohstoffen.

 

Gemeinsam für starke Frauen – gemeinsam für eine bessere Welt: Unter diesem Titel steht die Ökumenische Kampagne 2019. Es ist die 50. Kampagne, welche die Hilfswerke Fastenopfer und Brot für alle gemeinsam tragen.

Frauen haben weltweit eine tragende Rolle in Wirtschaft und Gesellschaft. Doch sie sind auf allen Entscheidungsebenen untervertreten und verdienen weniger für die gleiche Arbeit als Männer. Der Beitrag der Frauen wird zudem kaum anerkannt und schlecht honoriert. Frauen pflegen das soziale Netz, tragen vielerorts die Hauptlast in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft und im informellen Sektor und leisten den Grossteil der Care-Arbeit – oft ohne Bezahlung.

Deshalb stehen in der Ökumenischen Jubiläumskampagne 2019 Frauen im Zentrum. Als mutige Akteurinnen setzen sie sich für ihre Rechte ein, kämpfen für eine Wirtschaft, die dem Leben dient und engagieren sich für den notwendigen Wandel in der
Gesellschaft.

 

Rohstoffabbau und Gewalt

Besondere Bedeutung hat dieser Kampf bei der Ausbeutung von Rohstoffen, die oft zu Menschenrechtsverletzungen, zu Landraub oder zur Verschmutzung von Böden und Wasser führt. Viele Partnerorganisationen im Süden berichten denn auch von katastrophalen Auswirkungen des Rohstoffgeschäfts für Frauen. Im Umfeld von Minen und Plantagen nehmen Vergewaltigungen und Gewalt weltweit zu. Frauen aus Kamerun, dem Kongo und den Philippinen thematisieren diese Entwicklungen an vielen Anlässen während der Ökumenischen Kampagne.

 

Anlass zum Feiern

Das Rohstoffgeschäft ist zwar besonders risikoreich. Aber auch andere Schweizer Unternehmen sind regelmässig in die Verletzung von Menschenrechten und Umweltstandards verwickelt. In der Schweiz setzen sich Brot für alle und Fastenopfer seit Langem dafür ein, dass Unternehmen Menschenrechte respektieren und in der Schweiz eine verbindliche Regulierung von Unternehmen gesetzlich verankert wird. Eine Sorgfaltsprüfung, wie sie die Konzernverantwortungsinitiative verlangt, ist unabdingbar.

Der 50. Geburtstag der Ökumenischen Kampagne 2019 bietet aber auch Anlass, früheres wie heutiges Engagement zu würdigen. Dies spiegelt sich im Projekt «50 Frauen», welches Frauen aus dem Süden und Norden porträtiert. Und am Nationalen Suppentag am 13. April in Bern wird Starkoch Mirko Buri eine Suppe aus Essensresten kochen und damit auch ein Zeichen gegen die Verschwendung von Nahrungsmitteln setzen.

Lorenz Kummer, Ökumenische Kampagne

 

> Frauen wehren sich gegen Minenprojekt