Wegen Corona tagte die basel-städtische Synode erneut im grossen Saal der Pfarrei St. Anton. | © Regula Vogt-Kohler
23.09.2020 – Aktuell

Appell für Flüchtlinge: Kirche unterstützt die Städte

Synode BS: Ja zu Rechnung und einer Resolution für die Aufnahme von Flüchtlingen

Die Römisch-katholische Kirche Basel-Stadt (RKK BS) unterstützt die Bereitschaft von Schweizer Städten, über festgelegte Kontingente hinaus Flüchtlinge aufzunehmen. Die Synode hat am 22. September eine entsprechende Resolution verabschiedet. Ja gesagt hat die Synode auch zur positiv abschliessenden Rechnung 2019.

Der Brand im überbelegten Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos hat Dorothee Becker, Vertreterin der Pastoralraum-Konferenz in der basel-städtischen Synode, dazu bewogen, einen Anzug einzureichen. Der als Resolution behandelte Vorstoss knüpft an die bereits vor längerer Zeit von Schweizer Städten bekundete Bereitschaft, Flüchtlinge auch über die festgelegten Kontingente hinaus aufzunehmen, an.

Ein Zeichen setzen

«Wir können uns dafür einsetzen, dass die Menschen von Moria unter würdigen Bedingungen leben können», sagte Becker. Die Synode könne ein Zeichen setzen, wenn sie als RKK BS das Engagement der Städte unterstütze. Nach kurzer Debatte sprach sich die Synode mit einem deutlichen Mehr für die Resolution aus. Den Resolutionstext in voller Länge findet man weiter unten.

Rechnung mit Ertragsüberschuss

Gänzlich unbestritten war die wegen Corona und personeller Vakanzen mit Verspätung vorgelegte Jahresrechnung 2019. Mit einem Ertragsüberschuss von 1,324 Millionen Franken bei Gesamteinnahmen von 16,6 Millionen Franken ist der Jahresabschluss besser als budgetiert ausgefallen. Der für die Finanzen zuständige Kirchenrat Patrick Kissling wies einmal mehr darauf hin, dass die Situation bei den Kirchensteuern noch immer stabil sei. Erst wenn die Steuern im gleichen Umfang wie die Zahl der Mitglieder abnehmen würde, wäre Alarmstufe Rot erreicht.

Regula Vogt-Kohler

 

Die Resolution der Synode BS im Original-Wortlaut

Die Synode, die Pastoralraumkonferenz und der Kirchenrat der Römisch-katholischen Kirche Basel-Stadt appellieren angesichts der katastrophalen humanitären Lage nach dem Brand im Flüchtlingslager Moria dringend an die eidgenössischen Behörden, umgehend ein Kontingent der dort obdachlos und mittellos gewordenen Flüchtlinge aufzunehmen. Die christliche und humanitäre Tradition der Schweiz verlangt von uns angesichts des unerträglichen Leids ein rasches Handeln. Der Kanton Basel-Stadt hat schon im Sommer 2019 dem Staatssekretariat für Migration ein Angebot gemacht, über den ordentlichen Verteilschlüssel hinaus Flüchtlinge aufzunehmen. Dieses Anliegen unterstützt die Römisch-katholische Kirche Basel-Stadt uneingeschränkt und ermutigt die kantonalen Behörden, ihre Absicht schnellstmöglich in die Tat umzusetzen. Sie verpflichtet sich ihrerseits, die Behörden bei der Unterbringung, Versorgung und Begleitung der Flüchtlinge im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu unterstützen.