Doris Wagner, aufgewachsen in Bayern, trat mit 19 Jahren in eine erzkatholische Gemeinschaft ein, wo sie sexuellen Missbrauch erlebte. | © Filmcoopi
19.11.2018 – Aktuell

Filmtipp: #Female Pleasure

Der Dokumentarfilm #Female Pleasure begleitet fünf Frauen aus den fünf Weltreligionen. Er zeigt ihren Kampf für eine selbstbestimmte weibliche Sexualität und für ein gleichberechtigtes, respektvolles Miteinander unter den Geschlechtern. #Female Pleasure schildert die Lebenswelten von Deborah Feldman, Leyla Hussein, Rokudenashiko, Doris Wagner und Vithika Yadav und ihr Engagement für Aufklärung und Befreiung in einer hypersexualisierten, säkularen Welt.

 

Frauen als Objekte

«Wenn Sie die heutige Pornografie anschauen, dann ist dies wie eine ‹neue Religion›, wie Frauen in unserer Gesellschaft betrachtet werden. Frauen sind dort Objekte. In dieser Sichtweise gibt es für Frauen keine Freude und Lust in der Sexualität», hält Regisseurin Barbara Miller fest. «Für mich ist #Female Pleasure kein Film über Religion, sondern über die dahinterliegende Struktur, die weltweit verankert ist», unterstrich Miller am Filmfestival Locarno.

 

Fatale Folgen von Machtmissbrauch

Aus dem katholischen Kontext zeigt Miller das Schicksal von Doris Wagner, die lange in der ultrareligiösen Gemeinschaft «Das Werk» lebte und dort von einem Priester missbraucht wurde. Diese Geschichte ist nicht repräsentativ für die katholische Kirche, zeigt aber die fatalen Folgen von Machtmissbrauch und Missachtung der weiblichen Identität in einer religiösen Gemeinschaft. Der Dokumentarfilm wurde von der Katholischen Kirche im Kanton Zürich unterstützt.

Charles Martig, Filmjournalist kath.ch

Der Film läuft in Basel im Kino Atelier (www.kultkino.ch). Am Sonntag, 25. November, 18 Uhr, ist der Film anlässlich der Eröffnung des Festivals «frauenstark!» zu sehen; anschliessend Gespräch mit Regisseurin Barbara Miller. Zum Tag der Menschenrechte läuft der Film am Montag, 10. Dezember, um 20.30 Uhr in Sissach im Kino Palace.