Der Grellinger Dominik Keusch beim Eid über der Fahne der Päpstlichen Schweizergarde. | © Oliver Sittel/Päpstliche Schweizergarde
12.11.2020 – Aktuell

Ein Grellinger ist Hellebardier der Schweizergarde

Bericht des Vaters Andreas Keusch von der Vereidigung seines Sohnes Dominik in Rom

Am 4. Oktober wurde Dominik Keusch aus Grellingen als Hellebardier der Päpstlichen Schweizergarde vereidigt. Zum kleinen Kreis der Gäste gehörten seine Eltern Andreas und Nadja Keusch. Hier der Bericht des Vaters.

Anfang Oktober reisten wir als Eltern zur Vereidigungsfeier unseres Sohnes Dominik Keusch nach Rom. Diese Feier ehrt die 147 Soldaten, welche bei der Plünderung Roms (Sacco di Roma, 6. Mai 1527) heldenhaft für die Verteidigung des Papstes Klemens VII. gefallen sind. Traditionsgemäss fand die Vereidigungsfeier im Innenhof des Apostolischen Palastes statt. Aufgrund der Covid-19-Pandemie musste die ursprünglich geplante Feier vom 6. Mai auf den Nachmittag des 4. Oktober verschoben werden und konnte nur im engsten Rahmen durchgeführt werden.

Begegnung mit dem Papst

Nachdem Dominik uns dem Kommandanten der Päpstlichen Schweizergarde, Oberst Christoph Graf, und Kaplan P. Thomas Widmer, der als geistlicher Beistand für die Gardisten und deren Familien arbeitet, vorgestellt hatte, durften wir Eltern am 2. Oktober im Rahmen einer Ansprache des Heiligen Vaters an die Garde in der Sala Clementina ein erstes unvergessliches Erlebnis erfahren. Dabei betonte der Heilige Vater in seiner Ansprache: ‹Die Anwesenheit eurer Familienangehörigen steht für die Verbundenheit der Schweizer Katholiken gegenüber dem Heiligen Stuhl wie auch die moralische Erziehung und das gute Beispiel, mit denen die Eltern ihren Kindern den christlichen Glauben weitergegeben und den Sinn für den grossherzigen Dienst am Nächsten vermittelt haben.› Nach der Erteilung des Apostolischen Segens konnte jeder Gardist dem Heiligen Vater seine Eltern persönlich vorstellen – eine Begegnung, die ich nie vergessen werde.

Ewige Treue versprochen

Der 4. Oktober 2020 stellte für Dominik und die anderen 37 zu vereidigenden Gardisten einen der Höhepunkte in ihrer Gardekarriere dar. Sie versprachen mit dem Schwur auf die Gardefahne ewige Treue gegenüber dem Heiligen Vater Papst Franziskus sowie dessen rechtmässigen Nachfolgern. Damit drückten sie ihre Hingabe, Loyalität sowie den unbedingten Willen, dem Nachfolger des heiligen Petrus dienen zu wollen, aus.

Der Tag begann mit einer heiligen Messe für die Päpstliche Schweizergarde in der Basilika von Sankt Peter und wurde von seiner Eminenz Pietro Parolin, Kardinalstaatssekretär, zelebriert. Die Eucharistiefeier endete mit dem Schweizerpsalm und dem feierlichen Auszug der jungen Gardisten aus Sankt Peter.

Um Schlag 17 Uhr begann, von Marschmusik begleitet, der Einzug der Garde in den Damasushof des Apostolischen Palastes. Nach der Ansprache des Kommandanten erklärte der Kaplan den religiösen Hintergrund der Eidesformel. Vom Wachtmeister aufgefordert, marschierte unser Sohn in «Gran Gala», das heisst in Galauniform inklusive Harnisch, vor die Gardefahne und sprach in lauten Worten, mit der einen Hand die Schwurfinger zeigend und mit der anderen Hand fest die Gardefahne greifend, den Eid.

Die Eidesformel lautet: «Ich schwöre, treu, redlich und ehrenhaft zu dienen dem regierenden Papst und seinen rechtmässigen Nachfolgern und mich mit ganzer Kraft für sie einzusetzen, bereit, wenn es erheischt sein sollte, für ihren Schutz selbst mein Leben hinzugeben. Ich übernehme dieselben Verpflichtungen gegenüber dem Kollegium der Kardinäle während der Sedisvakanz des Apostolischen Stuhles. Ich verspreche überdies dem Herrn Kommandanten und meinen übrigen Vorgesetzten Achtung, Treue und Gehorsam. Ich schwöre es, so wahr mir Gott und unsere heiligen Patrone helfen.»

Eltern und Geschwister sind stolz

Dominik mit den stolzen Eltern Andreas und Nadja Keusch unter der Fahne des Kantons ­Basel-Landschaft im Damasushof. | © Christoph Graf/zVg

Die Gardisten leisteten diesen Eid in Gegenwart des Vertreters des Heiligen Vaters, seiner Exzellenz Monsignore Edgar Peña Parra. Anschliessend marschierten die frisch vereidigten Hellebardiere, unter Beifall der Eltern, in präziser Formation aus dem Damasushof zurück zur Kaserne. Die Feierlichkeit konnten wir gemeinsam mit Dominik im Ehrenhof der Garde als stolze Eltern bei einem Aperitif ausklingen lassen.

Dominik, dein Vater, deine Mutter und deine Geschwister, Olivia, Lukas und Larissa, sind sehr stolz auf dich.

PS. Die beiden Baselbieter Gardisten Mauritz von Sury und Dominik Keusch teilen sich das Zimmer in der Mannschaftsunterkunft der Kaserne.

Andreas Keusch