Die «Schutzmantelmadonna», das 1709 geschaffene Giebelbild an der südlichen Fassade der Klosterkirche, war vor der Restaurierung stark verwittert und zu einem grossen Teil nicht mehr lesbar. | © Fotos: Ralph Feiner, aus «Die Weisse Arche»
09.07.2020 – Hintergrund

Die «Weisse Arche» erstrahlt wieder in der Surselva

Ein Bildband dokumentiert die im Frühjahr abgeschlossene Restaurierung der Klosterkirche von Disentis

Dieses Frühjahr wurde die Restaurierung der Klosterkirche St. Martin in Disentis nach vier Jahren abgeschlossen. Das Buch «Die ‹Weisse Arche›» dokumentiert das Restaurierungsprojekt und die kulturhistorische Bedeutung der barocken Klosterkirche.

 

Die Anfänge des Benediktinerklosters Disentis – ursprünglich eine Mönchszelle – reichen ins 8. Jahrhundert zurück. Die Abtei gehört damit zu den ältesten Klöstern nördlich der Alpen. Die heutige grosszügige Barockanlage aus den Jahren 1685 bis 1720 beherrscht mit der Klosterkirche St. Martin und ihren beiden Kuppeltürmen die Talebene von Disentis und fällt dem Besucher des Orts eindrücklich ins Auge.

Die 1712 geweihte Klosterkirche ist bereits die dritte Martinskirche des Klosters, wie Abt Vigeli Monn in seinem Vorwort zum Buch schreibt. Letztmals umfassend restauriert wurde sie von 1913 bis 1925. Die letztmalige Instandstellung der Kirchenfassade mit der Schutzmantelmadonna erfolgte 1954.

Zum 1400-Jahr-Jubiläum 2014 starteten die Benediktinermönche von Disentis eine breit angelegte Finanzierungsaktion für die Restaurierung ihrer Klosterkirche. Zwei Jahre später begannen die umfangreichen Arbeiten, die vier Jahre in Anspruch nahmen. Seit diesem Frühjahr erstrahlt die Klosterkirche St. Martin nun wieder im alten Glanz.

Die Schönheit der Klosterkirche und die Herausforderungen des Restaurierungsprojekts dokumentiert das soeben erschienene grossformatige Buch «Die ‹Weisse Arche›» mit imposanten Bildern, die überraschende, neue Ansichten der Klosterkirche und des Klosters eröffnen. Die detailreichen Aufnahmen des bekannten Architekturfotografen Ralph Feiner aus Malans GR zeigen auch versteckte Seiten der Kirche.

Im Textteil beleuchtet der Kunsthistoriker Hans Rutishauser, ehemaliger Denkmalpfleger des Kantons Graubünden, die kulturhistorische Bedeutung der barocken Klosterkirche St. Martin. Der frühere Abt des Klosters, Daniel Schönbächler, geht auf die bewegte Geschichte der Abtei Disentis und ihrer Klosterkirche ein. Zu den denkmalpflegerischen Herausforderungen des Restaurierungsprojekts und zur Umsetzung schreiben Simon Berger, Denkmalpfleger des Kantons Graubünden, Projektleiter Andreas Isler und die Architekten Matthias Schmid und Markus Krieger. Die Restauratorin Sylvia Fontana berichtet von der Restaurierung der Schutzmantel-Madonna an der Südfassade der Klosterkirche.

kh

 

«Die ‹Weisse Arche›», 272 Seiten, gebunden, Somedia Buchverlag, Glarus 2020. Erhältlich auf Deutsch, Englisch und Italienisch.