Pascal Eng vor dem Bauernhof seiner Familie in Niedergösgen. | © Christian von Arx
06.06.2019 – Aktuell

«Die Priesterausbildung zentralisieren»

Pascal Eng ist der einzige Neupriester 2019 im Bistum Basel

Der einzige Priesterkandidat dieses Jahr im Bistum Basel ist der 31-jährige Pascal Eng aus Niedergösgen, derzeit Diakon in Schaffhausen.

 

«Schon im Alter von zehn Jahren haben mich Leute angesprochen, ob ich Priester werden wolle», erzählt Pascal Eng. Aufgewachsen ist er auf einem Bauernhof im solothurnischen Niedergösgen. Bei ihm war der Dienst als Ministrant der Anfang einer Blitzkarriere: Ministrantenleiter, Pfarreirat, Pfarreiratspräsident, und mit 21 schon Kirchenrat und Vizepräsident der Kirchgemeinde, ausserdem Lektor, Kommunionhelfer im Altersheim und Leiter von Kinderlagern.

Dennoch wählte er nach der Matura in Olten zuerst das Geografiestudium, aber kurz vor dem Masterabschluss wechselte er ans Religionspädagogische Institut der Uni Luzern. Erst bei der Arbeit als Religionspädagoge und Jugendarbeiter in Frauenfeld reifte der Entscheid für die Priesterausbildung. Er studierte Theologie in Fribourg und besuchte das französischsprachige Priesterseminar in Givisiez. Ein Nachteil war dort die fehlende Verbindung zum Bistum Basel.

Als sehr bereichernd erlebte er das Auslandjahr in Frankfurt am Main, an dem von Jesuiten geführten Priesterseminar St. Georgen. «Dieses Jahr hat mich am besten auf die Praxis vorbereitet. Dort werden Priesteramtskandidaten sehr professionell begleitet, in der Schweiz ist dagegen vieles handgestrickt.» Danach hat sich Eng beim Bischof und beim Regens des Priesterseminars dafür eingesetzt, die Priesterausbildung in der Schweiz zu zentralisieren.

Nach der Berufseinführung als Pastoralassistent im Pastoralraum Schaffhausen-Reiat steht ihm nun am 16. Juni die Priesterweihe bevor. Wie hat ers mit dem Zölibat? «Ich war nie unglücklich als Single», sagt Eng. «Ich kann das Versprechen aufrichtig und ehrlich abgeben.» Für andere wäre die Aufhebung der Zölibatspflicht aber gut, findet er: «Es gäbe andere Perspektiven im Priesterstand, wenn auch Verheiratete, Familienväter und Frauen dazu gehören würden.»

Was für ein Priester möchte Pascal Eng sein? «Einer, der den Menschen zugewandt ist und für sie Zeit hat», sagt er. «Der Zufriedenheit und Fröhlichkeit ausstrahlt. Das ist das beste Zeugnis für Jesus.» Erfolg hat er in der Ministrantenarbeit erlebt. In einem Pfarramt sieht er sich als Allrounder, der auch gerne Führungs- und Managementaufgaben übernehme.

Zur Zukunft der Kirche meint Pascal Eng: «Ein Pfarreileben wie früher wird es nicht mehr geben, das Kirchesein wird ganz anders werden.» Die Pastoralräume würden es erlauben, mehr in Projekten zu arbeiten. So hätten sich im Pastoralraum Schaffhausen die Kirchen bereits ein wenig spezialisiert. «Es geht darum, die Leute zusammenzuführen, wo sie sich gegenseitig stärken können.»

Christian von Arx

 

Priesterweihe von Pascal Eng durch Bischof Felix Gmür: Sonntag, 16. Juni, 15 Uhr, in der St.-Ursenkathedrale Solothurn.