Die Baselbieter Pastoralkonferenz bietet Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Partnerschaften an. | © zVg
25.03.2021 – Aktuell

«Wir gestalten gerne mit Ihnen eine Segnungsfeier»

Pastoralkonferenz Baselland bekräftigt ihre Bereitschaft zur Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften

Gleichgeschlechtlichen Paaren den Segen zu erteilen, sei nicht erlaubt, sagt die römische Kongregation für die Glaubenslehre. Die Pastoralkonferenz Baselland sieht es anders: Sie ruft ihre schon vor Jahren begründete Bereitschaft zur Segnung von Paaren des gleichen Geschlechts in Erinnerung.

«Viele Menschen haben die Stellungnahme mit Irritation und Kopfschütteln wahrgenommen oder einfach ignoriert»,  schreibt der Theologe Thomas Kyburz-Boutellier, Präsident ad interim der Pastoralkonferenz der Römisch-katholischen Kirche im Kanton Basel-Landschaft, in einem Info-Mail vom 25. März an die Mitglieder der Pastoralkonferenz. Er bezieht sich dabei auf die am 15. März veröffentlichte Verlautbarung der Glaubenskongregation, wonach die Kirche keine Vollmacht habe, Verbindungen von Personen des gleichen Geschlechts zu segnen, weil gleichgeschlechtliche Verbindungen «nicht auf den Plan des Schöpfers hingeordnet» und Sünde seien.

Die Pastoralkonferenz Basellandschaft habe sich zu diesem Thema bereits vor Jahren klar positioniert, ruft deren Präsident in Erinnerung und verweist auf die Überlegungen zu Segnungsfeiern von gleichgeschlechtlichen Partnern/innen «Die Liebe feiern – Die Liebe segnen». In diesem Text schreibt die Pastoralkonferenz unter anderem: «Jede verlässliche Partnerschaft ist ein Hinweis auf Gott, auf seine Liebe, die in uns Menschen lebendig ist», und: «Weil Gott alle Menschen in ihren Lebensvollzügen begleiten und in ihrer Liebe stärken möchte, gestalten wir gerne mmit Ihnen eine Segensfeier, um das verbindliche Ja Gottes zu uns Menschen zu feiern». Die Pastoralkonferenz hält fest, Partnerschaften von Schwulen und Lesben hätten es in unserer Gesellschaft «und auch in unseren Kirchen immer noch schwer, Anerkennung zu finden». Gerade deshalb brauchten sie – vielleicht mehr als andere – Zeichen einer verbindlichen und stärkenden Zusage. Den lesbischen und schwulen Paaren versichert die Pastoralkonferenz: «Viele Pfarreien und Seelsorgende im Baselbiet sind sehr gerne bereit, Sie auf Ihrem Weg zu begleiten.» Wer sich für einen Segnungsgottesdienst interessiere, könne mit dem Pfarramt am Wohnort oder mit einer Seelsorgerin oder einem Seelsorger seines/ihres Vertrauens Kontakt aufnehmen.

Erfreut zeigt sich Thomas Kyburz-Boutellier, der als Fachverantwortlicher Bildung/Spiritualität des Pastoralen Zentrums BL am Sitz der Bistums-Regionalleitung St. Urs in Liestal arbeitet, in dem Info-Mail über die Mitteilung von Bischof Felix «Vom Segen Gottes ist niemand ausgeschlossen». Bischof Felix habe schon vor mehr als fünf Jahren den Arbeitskreis «Regenbogenpastoral» im Bistum Basel etabliert. Als «neu und erfreulich» würdigt der Präsident der Pastoralkonferenz, dass viele kirchliche Amtsträger (darunter auch Bischöfe und Generalvikare) zu der Veröffentlichung der Glaubenskongregation nicht mehr schwiegen, sondern die Stimme erhöben und sich klar positionierten. «Dies sind für mich Zeichen einer streitenden, synodalen Kirche, die nahe bei den Menschen sein will, ganz im Sinne einer Pastoral, die auch im Baselbiet bereits eine lange Tradition hat», schreibt Thomas Kyburz-Boutellier.

Die Pastoralkonferenz Baselland ist die Versammlung der im Kanton Basel-Landschaft in den Pastoralräumen, den Spezialseelsorge- und Fachstellen oder den anderssprachigen Missionen tätigen Seelsorgerinnen und Seelsorger.

Christian von Arx