Nur noch bis am 28. März zu sehen: Die Altarbilder «Lehm», «Holz», «Knochen» von Jan Hostettler in der Klosterkirche Dornach. (Foto: Serge Hasenböhler)
24.03.2018 – Hintergrund

Modernes im Kloster – muss das sein?

Dialog zum Verhältnis von Kunst und Kirche im Kloster Dornach

Es war für viele Besucher sehr überraschend, am Eröffnungsfest im Oktober letzten Jahres in der Klosterkirche Dornach nicht die gewohnten barocken Altarbilder vor sich zu sehen, sondern zeitgenössische Malerei. Neben vielen positiven Reaktionen gab es auch kritische bis wütende Stimmen: «Muss das sein?» oder «Das sieht ja nach Abfall aus, machen Sie das weg!». Bei vielen Führungen und Anlässen kam es zu anregenden Gesprächen über den Sinn oder Unsinn von zeitgenössischer Kunst in unseren Kirchen.

Wie war es im 17. Jahrhundert?

Auch die barocken Altarbilder wurden einst Ende des 17. Jahrhunderts von einem zeitgenössischen Künstler gemalt, er hiess Gregor Brandmüller und war damals genauso alt wie Jan Hostettler heute. Haben sich damals die Gemüter auch so erhitzt, oder war es schlicht eine andere Zeit? Wenn ja, was hat sich verändert im Verhältnis der Kirche zur Kunst und der Kunst zur Kirche? Ist die zeitgenössische Kunst zu anstössig geworden? Und die Kirche? Welche Vorstellungen von Kunst oder Erwartungen an die Kunstschaffenden haben Vertreterinnen und Vertreter sowie Besucherinnen und Besucher von Kirchen?

Nun hängen die für die Klosterkirche extra gemalten Altarbilder des 30-jährigen Künstlers Jan Hostettler seit bereits fünf Monaten am Hochaltar und an den beiden Seitenaltären. Sie sind den eigentlichen Altarbildern vorgehängt und werden am 28. März wieder abgehängt, eingepackt und ins Atelier des Künstler zurückgebracht. Was danach mit ihnen geschieht, bleibt offen.

Gesprächsrunde mit dem Künstler

Das Kloster Dornach lädt dazu ein, die Altarbilder «Lehm», «Holz», «Knochen» anlässlich der Finissage am Freitag, 23. März, 18.30 Uhr nochmals anzuschauen. Dies bei einem Impulsvortrag von Prof. Dr. Silvia Henke, Kulturwissenschaftlerin und Professorin für Kulturtheorie an der Hochschule Luzern Design & Kunst, die über den Dialog von Kunst und Kirche sowie über die aktuellen Altarbilder sprechen wird. Danach folgt eine Gesprächsrunde mit dem Künstler, dem Kirchenrektor Felix Terrier, der Kuratorin und Leiterin Kultur, Kloster Dornach, Barbara van der Meulen, sowie Silvia Henke. Das Podium wird moderiert durch die Kunstkritikerin Isabel Zürcher.

Anschliessend besteht die Möglichkeit, sich im Klosterkeller an der Langen Tafel zu einem gemeinsamen Abendessen bei Eintopf und Wein mit einer süssen Überraschung zu treffen. Dafür bittet das Kloster Dornach um Anmeldung und Reservation: Telefon 061 705 10 80 oder info@klosterdornach.ch.

Für das Klosterteam: Barbara van der Meulen