Wenn die Zeit knapp wird, erhält sie eine neuen Stellenwert. (Foto: Helmut J. Salzer/pixelio.de)Wenn die Zeit knapp wird, erhält sie eine neuen Stellenwert. (Foto: Helmut J. Salzer/pixelio.de)
03.03.2018 – Aktuell

Ein Tag des Dankes an alle, die sich Zeit nehmen für Kranke

Der Tag der Kranken am 4. März steht unter dem Motto «Zeit für dich – Zeit für mich – Zeit für uns»

Wenn eine Krankheit einem die Endlichkeit des irdischen Daseins vor Augen führt, erhält Zeit einen neuen Stellenwert. Sich Zeit nehmen für die Bedürfnisse der Patienten, aber auch ihrer Angehörigen ist ein zentrales Anliegen der Palliative Care.

Die Zeit ist bei Erkrankungen ohne Aussicht auf Genesung eine Achse, um die sich vieles dreht. Für den Patienten geht es darum, wieviel Zeit ihm noch bleibt, und wie er diese verbringen will und kann, aber auch darum, was er aus seiner Zeit bisher gemacht hat. Auch den Pflegenden steht nicht endlos Zeit zur Verfügung. Das Pflegepersonal muss sich nach Zeitvorgaben richten, und viele Angehörige müssen die Pflege mit ihrer Berufstätigkeit und weiteren Verpflichtungen unter einen Hut bringen. Ist die Zeit knapp, konzentriert man sich darauf, das Pflichtprogramm abzuhaken. Psychische, soziale und spirituelle Bedürfnisse bleiben da oft auf der Strecke.

Gerade Menschen, deren Stunden gezählt sind, schätzen es, wenn sich jemand für sie Zeit nimmt, sie ein Stück weit auf ihrem Weg zu begleiten. Dass jemand, wenigstens für eine bestimmte Zeit, voll und ganz für sie da ist, ist Teil ihrer Lebensqualität in einer schwierigen Situation. «Die Begleitung von schwerkranken Menschen ist eine urdiakonische Aufgabe», begründet Valeria Hengartner, Spitalseelsorgerin am Universitätsspital Basel und Leiterin der Projektstelle Palliative Care Basel-Stadt, das Engagement der Kirchen im Bereich Palliative Care. «Niemand soll allein sein müssen, wenn er oder sie es nicht will.»

Während der stationäre Bereich durch die Spital- und die Altersheimseelsorge abgedeckt ist, steht bei Palliative Care Basel-Stadt die Begleitung ausserhalb der Institutionen im Zentrum. «Palliative Care Basel-Stadt will auch pfarreilich nicht gebundene Personen erreichen. Dafür ist die Koordinationsstelle im Palliativzentrum Hildegard zentral», betont Hengartner. Ihre Vision ist, dass jeder in Basel-Stadt die Telefonnummer der Koordinationsstelle (061 319 75 00) kennt und weiss, dass man sich an diese Stelle wenden kann. Auch und gerade in seelsorgerlichen Anliegen, für eine spirituelle Begleitung, ein Gebet oder eine Segnung am zum Lebensende. Anfragen werden an geeignete Verantwortliche weitergeleitet.

Als Ziel nennt das Pflichtenheft von Palliative Care BS neben der Sicherstellung der seelsorgerlichen Begleitung von schwer Kranken, Sterbenden und ihren Angehörigen die Zusammenarbeit mit den Seelsorgenden im künftigen Pastoralraum Basel-Stadt, die Suche, Koordination und Begleitung von Freiwilligen und die Vernetzung auf ökumenischer, kantonaler und nationaler Ebene. Eine weitere Aufgabe ist die Begleitung von Trauernden, wenn dies gewünscht wird. «Es befreit zu gutem Leben, wenn wir unser eigenes Sterben und den Tod nicht verdrängen und darüber reden, gerade auch dann, wenn es noch gar nicht so weit ist», sagt Hengartner.

Regula Vogt-Kohler

Anlaufstellen Palliative Care

BL: Ökumenische Koordinationsstelle Palliative Care; ks-palliativecare.com
BS: palliativ-info-basel.ch; Tel. 061 319 75 00 (Mo–Fr, 8–12, 13.30–17.00 Uhr)
SO: Helpline Palliative Care; Tel. 079 894 17 89