Wichtige Unterstützung von den Kantonalkirchen: Das Team der Offenen Kirche Elisabethen in Basel. | © zVg
02.09.2020 – Aktuell

Drei Kantonalkirchen stützen die Offene Kirche Elisabethen

Unterstützung nach den Mietausfällen aufgrund der Coronakrise

Die Offene Kirche Elisabethen (OKE) in Basel erhält von drei Kantonalkirchen je 30’000 Franken als finanzielle Unterstützung zur Deckung ihres Mietausfalles aufgrund der Coronakrise. Dies teilten die jeweiligen Kirchenräte (Exekutive) der drei Kirchen der OKE mit, nachdem die Räte in ihren Augustsitzungen dies beschlossen hatten. Es handelt sich dabei um die Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons Basel-Stadt, die Reformierte Kirche Baselland und Römisch-katholische Kirche Basel-Stadt.

Die drei Kirchenräte unterstrichen mit dieser ausserordentlichen Unterstützung zur Liquiditätssicherung die Bedeutung der OKE für die Bevölkerung und Kirchenmitglieder der grossen Landeskirchen in beiden Halbkantonen. Die OKE gilt als «Abteilung Forschung und Entwicklung» der Landeskirchen, wie dies der Präsident der baselstädtischen Reformierten, Lukas Kundert, einmal formulierte. Dieser Auftrag erstreckt sich auf die Vermittlung der jüdisch-christlichen Botschaft an eine urbane, stark entkirchlichte Bevölkerung, auf pragmatisch, rasche und klienten- und klientinnenorientierte Sozialarbeit (beispielsweise in der Flüchtlingshilfe und der Armutsbekämpfung) sowie auch auf die Erprobung alternativer Finanzierungsmodelle.

Corona stoppt Vermietung und Kollekten

Alle ihre Aufträge erfüllt die älteste Schweizer Citykirche seit über 26 Jahren erfolgreich. Die als Verein organisierte Kirche erwirtschaftet seit ihrer Gründung 1994 den Grossteil ihres Finanzbedarfs aus eigener Kraft. Sie tut einerseits dies durch Spenden und Legate, andererseits durch Vermietungen ihrer Räume und Kollekten anlässlich ihrer Gottesdienste. Der Vermietungs- und Kollektenbereich war nach Einführung der Corona-bedingten «Besonderen Lage» abrupt und nahezu vollkommen eingebrochen.

Trotzdem nahm die Arbeit der OKE während der Coronazeit nicht ab, sondern eher zu. Das Team aus Leitung, Technik, Sozialarbeit und Administration entwickelte rasch und erfolgreich Lösungen, um seine Arbeit den geänderten Bedingungen anzupassen: So wurden – anstelle der Lebensmittelabgabe «Tischlein deck Dich», jeden Dienstagmorgen – täglich gegen 50 Einzelpakete mit Nahrungsmitteln, Hygienebedarf und Tierfutter an einen sogenannten «Gabenzaun», dem Gartenzaun entlang der Elisabethenstrasse (gegenüber der Buchhandlung Bider&Tanner) ausgehängt. Anstelle von Gebeten, Meditation und Gottesdiensten wurde das digitale Format «Wort zum Alltag» entwickelt und werktäglich auf Deutsch und Englisch publiziert. Diese Kurz-«Andachten» wurden jeweils durchschnittlich 2000 Mal angeschaut. Besonders die Englischsprechenden zeigten sich sehr angetan von diesem Angebot. Für den Fernsehsender «Telebasel» wurde dessen erste Gottesdienstübertragung entwickelt und durchgeführt. Ihre Beratungsarbeit überführte die OKE in den virtuellen und telefonischen Raum.

Hilfe von Stiftung, Kanton und Privaten

«Über die Runden gekommen» ist die OKE bis jetzt auch aufgrund einer Soforthilfe der Christoph-Merian-Stiftung von 20’000 Franken und einer ersten Ausfallentschädigung der Abteilung Kultur BS über Fr. 19’671 Franken. Weiter konnte die Leitung der OKE einige grosszügige Privatspender/innen zu namhaften, fünfstelligen Einzelspenden bewegen. Hunderte kleine und Kleinstspenden gingen auf das OKE-Postkonto und neu durch die Online-Zahlmöglichkeiten twint und paypal mit gesamthaft einem hohen vierstelligen Betrag ein.

Noch immer jedoch ist die Zukunft der ersten und einzigen selbständigen Offenen Citykirche der Schweiz noch unsicher: Erste Mietende für die Herbst- und Wintersaison zogen bereits aufgrund der neuerlichen Unsicherheit ihre Reservationen zurück. Die OKE hatte fest mit den Einkünften der Periode gerechnet.

Frank Lorenz, Leiter Offene Kirche Elisabethen