Das Areal St. Michael mit Kirche und Allmendhaus. | © Regula Vogt-Kohler
03.09.2019 – Aktuell

Eine Zukunft für das Allmendhaus

Das Projekt «Begegnungszentrum Hirzbrunnen» ist auf gutem Weg

Seit fast einem halben Jahrhundert dient das Allmendhaus im Basler Hirzbrunnenquartier nicht nur als Pfarreiheim, sondern als ein für alle offener Ort der Begegnung. Nun zeichnet sich eine Zukunft mit baulicher Sanierung und neuer Trägerschaft ab. 

Draussen gewitterte es, und auch drinnen, im vollbesetzten Saal des Allmendhauses, standen im Juni 2013 die Zeichen auf Sturm. Der Kirchenrat der Römisch-katholischen Kirche Basel-Stadt (RKK BS) hatte sich Gedanken über die Liegenschaften am Standort St. Michael im Hirzbrunnenquartier gemacht und dabei eine Variante mit Abriss aller Gebäude geprüft. Das löste Unmut aus, in erster Linie wegen der Kirche St. Michael, dazu kamen Stimmen, die ein ökumenisches Quartierzentrum forderten.

Monate verstrichen, dann auch Jahre, nach anfänglichen Aktivitäten herrschte Flaute. Mit einer von fast 600 Personen unterschriebenen Petition versuchten der reformierte Arbeitskreis St. Markus und der Quartierrat St. Michael den Kirchenräten Beine zu machen. Frischen Wind brachte aber erst das Engagement von Andreas Courvoisier vom Büro Courvoisier Stadtentwicklung. Seit Sommer 2018 leitet das Büro die Projektentwicklung im Auftrag der Planungspartner und der RKK BS.

Synode entscheidet über Sanierung

Jetzt ist erreicht, was Courvoisier an einer Informationsveranstaltung im Mai 2017 als Ziel genannt hatte: Personen und Institutionen zusammenbringen und das Zentrum Hirzbrunnen als Quartierzentrum für alle auf ein breites Fundament abstützen. Ganz konkret: In ein paar Wochen soll die neue Trägerorganisation, der Verein «Begegnungszentrum Hirzbrunnen», gegründet werden. Der Vorstand setzt sich aus Vertretungen der Partnerorganisationen und Personen aus dem Quartier zusammen. Mit an Bord sind neben der RKK BS und der Evangelisch-reformierten Kirche BS die Pfarrei St. Clara, die Kirchgemeinde Kleinbasel und das Elterncentrum Hirzbrunnen ELCH. Eingebunden sei auch die kroatische Mission, die ihre Gottesdienste in St. Michael abhält, betont Courvoisier gegenüber «Kirche heute». Dass der 2017 angestossene Prozess seine Zeit gedauert hat, erklärt Courvoisier mit grossem Abstimmungs- und Koordinationsbedarf.

Das «Begegnungszentrum Hirzbrunnen» umfasst neben dem Allmendhaus auch die Kirche und den dazwischenliegenden Platz. Ziel ist «ein lebendiges Begegnungszentrum mit sozialen, kulturellen und ökumenisch-kirchlichen Nutzungen», heisst es in einem Text der Projektgruppe für die Quartierzeitschrift Quart. Dabei bleibt die RKK BS Eigentümerin der Gebäude, so auch des sanierungsbedürftigen Allmendhauses. Für den Umbau muss die Synode noch einen Kredit sprechen, voraussichtlich im Frühling 2020, wie Kirchenratspräsident Christian Griss an der Synode vom 2. September mitteilte. Nach der Sanierung soll das Haus mit langfristigen Perspektiven vermietet werden.

Weitere Spenden willkommen

Während die RKK BS die Sanierung des Allmendhauses finanziert, muss der neue Verein Mittel für die Betriebseinrichtung und betriebliche Aufwertungen wie etwa die Gestaltung des Eingangsbereichs als grosszügigeres Foyer beschaffen. «Die Finanzierung ist zu guten Teilen gesichert, aber es braucht noch einen Effort», erklärt Courvoisier. Von der anvisierten einen Million Franken fehlen noch 250 000 Franken. Für den Hofbereich, der zum einladend gestalteten «Dorfplatz» werden soll, hofft Courvoisier auf einen Beitrag aus dem baselstädtischen Mehrwertabgabefonds.

Zuständig für den Betrieb bleibt bis zum Beginn des Umbaus die Allmendhauskommission. Nach dem Umbau wird der neue Verein als neue Trägerschaft übernehmen. Verläuft alles nach Plan, könnten im Herbst 2020 die Umbauarbeiten beginnen und das Zentrum rund ein Jahr später wiedereröffnet werden.

Regula Vogt-Kohler