Anstossen auf die 150. Synode im Vorzimmer des Grossratssaals im Basler Rathaus. (Foto: Meinrad Stöcklin)
28.06.2018 – Hintergrund

Basler Synode feiert ein Jubiläum

150. Synode seit öffentlich-rechtlicher Anerkennung

Nach der Pastoralraumerrichtung die Jubiläumssynode: Die Synode der Römisch-Katholischen Kirche im Kanton Basel-Stadt (RKK BS) traf sich zur 150. Versammlung im Grossratssaal im Basler Rathaus. Haupttraktandum war die Jahresrechnung 2017. Mit der Wahl von Nadine Gautschi ist der Kirchenrat wieder komplett.

Finanzchef Patrick Kissling konnte einmal mehr eine erfreuliche Rechnung präsentieren. Die Jahresrechnung 2017 schloss mit einem Ertragsüberschuss von rund 236 000 Franken bei Gesamteinnahmen von 19,13 Millionen Franken. Das Budget hatte einen Einnahmenüberschuss von 337 500 Franken vorgesehen. Im Ergebnis der Erfolgsrechnung eingeschlossen ist die Äufnung von Rücklagen von einer Million Franken zur Vorfinanzierung von Ausgaben zur Erhaltung der kirchlichen Bauten. «Wir sind nicht auf einem sinkenden Schiff!», betonte Kissling. Die Steuereinnahmen seien stabil, und die Dynamik der Kirchenaustritte nehme ab.

Die Rechnung war unbestritten, doch der Finanzhimmel ist nicht ungetrübt. Wolken gibt es aus der Sicht der einzelnen Seelsorgeräume hinsichtlich der Verteilung der Mittel im neuen gesamtstädtischen Pastoralraum. Bei der Zuweisung der Globalbudgets solle neben der Anzahl der in einer Pfarrei wohnhaften Katholiken und Katholikinnen auch die Anzahl der «kirchlichen Anlässe» und der Besucher und Besucherinnen an den wöchentlichen Eucharistiefeiern berücksichtigt werden, verlangte die Fraktion Pfarrei St. Clara in einem Anzug. Die Clarakirche habe im Durchschnitt 18 kirchliche Anlässe pro Woche, was das Zwei- bis Dreifache der Anlässe an anderen Kirchenstandorten sei, heisst es in der Begründung des Anzugs, der den Kirchenrat zur Vorlage eines Entwurfs einer Teilrevision der Regelung betreffend Zuweisung des Globalbudgets an die Pfarreien verpflichten wollte.

Kirchenratspräsident Christian Griss plädierte dafür, die Überarbeitung der Kriterien für die Zuweisung der Globalbudgets in einem schrittweisen Vorgehen in Angriff zu nehmen. Ähnlich argumentierte der Synodale Marcel Rünzi (St. Anton). Er habe volles Verständnis für das Anliegen, aber es sei falsch, jetzt auf die Schnelle etwas vom Zaun zu brechen. «Uns ging es drum, dass die Sache überhaupt mal thematisiert wird», sagte Urs Abächerli. «Es geht nicht nur um St. Clara, sondern um alle.» Angesichts der Aussage von Griss, dass die Problematik bereits an der Synode im September ein Thema sein werde, zog Abächerli den Anzug zurück.

An ihrer 150. Versammlung beschäftigte sich die Synode auch mit Personellem. Neu wählte die Synode Nadine Gautschi (Heiliggeist) in den Kirchenrat. Gautschi ersetzt den auf Ende 2017 zurückgetretenen Dominik Prétôt. Vakant geblieben ist hingegen der Sitz des Vizepräsidenten der Synode.

Zum Abschluss der Sitzung hat Kirchenratspräsident Christian Griss die per 30. Juni abtretende Co-Dekanatsleiterin Monika Hungerbühler aus dem Kirchenrat verabschiedet. «Mit Monika Hungerbühler verlieren wir ­eine Perle», sagte Griss und illustrierte dies mit einer beeindruckenden Liste von Schwerpunkten der Tätigkeiten.

Regula Vogt-Kohler