Die Münsterbauhütte gewährleistet die komplexen Restaurierungsarbeiten am Basler Münster. | © Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt
19.12.2020 – Aktuell

Das Bauhüttenwesen ist ein Weltkulturerbe

Bewerbung der Basler Münsterbauhütte mit 17 weiteren Bauhütten Europas führte zur Anerkennung durch die Unesco

Der zwischenstaatliche Ausschuss der Unesco zum Immateriellen Kulturerbe hat das Bauhüttenwesen in sein Register Guter Praxisbeispiele aufgenommen. Die Bewerbung wurde von 18 Bauhütten aus fünf Ländern eingereicht – auch von der Münsterbauhütte am Basler Münster.

Die Münsterbauhütte, das ist ein Team von Restauratoren und Handwerkern, die den Auftrag haben, das Basler Münster in seinem heutigen Bestand für die Zukunft zu erhalten. Münsterbaumeister Andreas Hindemann und Hüttenmeister Ramon Keller sind mit dem Team von Steinmetzen, Steinbildhauern und Restauratoren dafür besorgt, die Ausführung der komplexen Restaurierungsarbeiten am Basler Wahrzeichen zu gewährleisten. Gearbeitet wird direkt am Münster und in der nahegelegenen Werkstatt im St.-Alban-Tal.

Ihre Arbeit ist jetzt Unesco-Weltkulturerbe: Wie die Evangelisch-reformierte Kirche Basel-Stadt mitteilt, hat der zwischenstaatliche Ausschuss der Unesco zum Immateriellen Kulturerbe am 17. Dezember 2020 das Bauhüttenwesen in sein Register aufgenommen. Die Bewerbung wurde von 18 Bauhütten aus fünf Ländern eingereicht – auch von der Münsterbauhütte am Basler Münster.

18 Bauhütten von Grosskirchen Europas

Der volle Name der Bewerbung lautet «Das Bauhüttenwesen der Grosskirchen Europas – Weitergabe, Dokumentation, Bewahrung und Förderung von Handwerkstechniken und -wissen». 18 Bauhütten aus Deutschland, Frankreich, Norwegen, Österreich und der Schweiz hatten sich für den Antrag auf Aufnahme des Bauhüttenwesens in das internationale Register Guter Praxisbeispiele zusammengeschlossen. «Der grösste Vorteil des Bauhüttenwesens ist eine kontinuierliche Ausführung von Restaurierungsarbeiten durch ein Team, das stark mit dem Objekt verbunden ist und dessen neuralgische Punkte kennt», erklärt Andreas Hindemann. «Wir freuen uns ausserordentlich über den positiven Entscheid und damit über die Anerkennung unserer Arbeit.»

kh