Auch Erwachsene konnten am Stand der Kirchen ins Bad mit den Wunschkugeln eintauchen. (Foto: Pascal Steck)
05.05.2018 – Aktuell

Mit Wonne ins Bad der guten Wünsche

Basler Kirchen suchten an der Muba den Kontakt zum Messepublikum

Mit einem neuen Konzept waren fünf der sechs Landeskirchen beider Basel gemeinsam an der Muba 2018 präsent. Im stilisierten Kirchturm waren Besucherinnen und Besucher eingeladen, ihre persönlichen Wünsche auf farbige Kugeln zu schreiben.

«Ganz viel Lebenszeit» (mit zwei Herzen), «Bitz mehr Ehrlichkeit und Harmonie für die Wält», «Elin, dass du tolli Fründinne fürs Läbe findsch», «dass mehr Menschen die Kirche besuchen», «Klimaanlagen in der Bahn», «ich will reich werden», «keine Kriege mehr», «Erfolg der Konzernverantwortungsinitiative», «dass ich mal ins Disneyworld kann», «Glück und Xundheit für d Familie»: Das ist eine kleine Auswahl von Wünschen, die sich auf den gelben, roten, blauen und grünen Kugeln fanden.

Ein Innehalten im Messetrubel, sich fragen, was man sich am meisten wünscht: Das war das Angebot der Installation der Kirchen an der Muba. Als Publikumsmagnet wirkte das farbige «Ballenbad», in dem alle Kugeln mit den Wünschen nach der Reise über die Kugelbahn landeten. Vor allem Kinder stürzten sich mit Lust in dieses «Bad der guten Wünsche». «So kamen mehr Leute an den Stand als in den Vorjahren», berichtete Mirjam Lachenmeier von der Fachstelle Jugend bl.bs. «Die Kinder kamen hinein, und die Eltern konnten mit uns reden.»

Monika Hungerbühler, Co-Leiterin des Dekanats Basel-Stadt und selbst an der Muba im Einsatz, fand die Einrichtung gut: «Sie ist leicht, spielerisch, kreativ, und sie bietet Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen. Es stimmt, dass die Kugeln auch für die Kinder lustig sind. Aber das Beschriften mit persönlichen Wünschen ist auch tiefsinnig.»

Bischofsvikar Christoph Sterkman findet, die Kirchen sollten durchaus an weltlichen Anlässen Präsenz zeigen. Er hatte den Eindruck, dass nicht für alle Passanten auf den ersten Blick klar war, worum es ging: «Man musste sie ansprechen und einladen, dann gingen viele darauf ein.» Er selbst habe aber nur wenige inhaltliche Gespräche darüber führen können, was es braucht im Leben.

Mit insgesamt rund 12 000 Franken waren die Kosten der Kirchen für ihren gemeinsamen Muba-Auftritt etwa halb so hoch wie in den Vorjahren. In den zehn Messetagen waren zwischen 10 und 19 Uhr immer drei Betreuer/innen aus den Kirchen anwesend.

Als Träger beteiligten sich die römisch-katholischen und christkatholischen Landeskirchen Basel-Stadt und Baselland sowie die reformierte Landeskirche Baselland. Gegen eine Teilnahme entschieden hat sich der Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt. «Der Personalaufwand für die Präsenz an der Muba ist gross, der Nutzen für uns eher klein», erklärte der Informationsbeauftragte Matthias Zehnder auf Anfrage dazu. Eine Mitgliederumfrage habe letztes Jahr ergeben, dass sich die Kirche eher darauf konzentrieren solle, die Menschen zu ihren kirchlichen Angeboten zu holen, als sich für nichtkirchliche Anlässe gleichsam «lustig zu verkleiden». Trotz des offiziellen Verzichts haben sich vier Personen aus den Reihen der ERK BS in der Standbetreuung engagiert.

Christian von Arx