Glasfenster im Chor der Kirche Ardon. (Foto: Urban Fink)
30.12.2017 – Hintergrund

Aufruf zur Solidarität: Diese Pfarreien brauchen Hilfe

Am 6./7. Januar 2018 wird die Epiphaniekollekte für bedürftige Pfarreien in der Schweiz aufgenommen

Risse in den Wänden, Verschmutzungen, Feuchtigkeit vom Boden und ein undichtes Dach bedrohen manche Kirche oder Kapelle. Besonders betroffen sind die Pfarreien von Ardon (VS), Aquila (TI) und Oberdorf (SO). Ihnen kommt die Epiphaniekollekte 2018 zugute.

Die Kirchen von Ardon im Rhonetal, Aquila im Bleniotal und Oberdorf im Kanton Solothurn sind sanierungsbedürftig, doch den Pfarreien fehlt das Geld, um die notwendigen Renovationsarbeiten alleine anzugehen. Die Inländische Mission ruft deshalb anlässlich der Epiphanie 2018 am Wochenende vom 6./7. Januar zur Solidarität auf und bittet um Spenden für diese bedürftigen Pfarreien. Seit über 150 Jahren setzt sich die Inländische Mission zusammen mit den Schweizer Bischöfen für den Kirchenerhalt in allen Landesteilen der Schweiz ein, um Gotteshäuser als Orte von Gebet, Gottesdienst und Seelsorge zu bewahren.

Oberdorf: «Klein-Einsiedeln»

Die unterhalb des Weissensteins gelegene Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria-Himmelfahrt in Oberdorf hat eine bewegte Geschichte hinter sich. 2015 konnte das 400-Jahr-Jubiläum der barocken Wallfahrtskirche gefeiert werden. 2017 wurde die von der Gebäudeversicherung geforderte Dachsanierung und die überfällige Aussenrenovation vorgenommen, nachdem in den letzten Jahren bereits die Sakristei renoviert und die Heizung erneuert worden war. Dies konnte die Kirchgemeinde Oberdorf, die zwei weitere Pfarrkirchen zu unterhalten hat, aus eigenen Mitteln finanzieren. Bei der Innenrenovation der Wallfahrtskirche Oberdorf ist dies leider nicht mehr der Fall. Nach Abzug aller Subventionen bleibt eine Deckungslücke von 600 000 Franken, welche anderweitig beschafft werden müssen, damit die nötige Innenrenovation in Angriff genommen werden kann.

Ardon: Kirche als Kulturdenkmal

Die römisch-katholische Pfarrkirche Ardon westlich von Sitten wurde 1892 im neugotischen Stil erbaut. Bei der Vorgängerkirche sind neun unterschiedliche Bauetappen festzustellen, die bis ins Frühmittelalter zurückreichen und 1959–1960 im Rahmen der Renovation der Pfarrkirche ausgegraben und archäologisch mustergültig konserviert und aufgearbeitet wurden. Die 2016 unter kantonalen Denkmalschutz gestellte Pfarrkirche bedarf nun einer erneuten Renovation, die vor allem für den Erhalt der wertvollen Glasfenster besonders wichtig ist. Es bleibt ein Fehlbetrag von rund 600 000 Franken, der nicht anderweitig gedeckt werden kann.

Aquila: Kirche als Dorfzentrum

Die Pfarrkirche San Vittore Mauro wurde bereits 1213 erstmals erwähnt. 1728–1730 erfuhr sie einen vollständigen Umbau und eine ­Barockisierung. Das unter Denkmalschutz gestellte einschiffige Gotteshaus mit einem rechteckigen Chor ist künstlerisch bedeutsam und für das Dorf ein wichtiges Zentrum. Der spätmittelalterliche Turm dominiert die imposante Baugruppe mit Kirche, Beinhaus, Kreuzweg und Friedhofssäule. 2004–2007 erfolgte die dringend notwendige Aussenrenovation, nun läuft die wegen der reichen Ausstattung anspruchsvolle Innenrenovation. Es besteht eine Finanzierungslücke von 310 000 Franken, die anderweitig nicht gedeckt werden kann.

Aufruf der Schweizer Bischöfe

Seit 50 Jahren setzt sich die Inländische Mission mit der Epiphaniekollekte für den Er-
halt von Kirchen in allen Landesteilen der Schweiz ein, um diese als Orte der lebendigen Seelsorge und der Gemeinschaft bewahren zu können. So kann jede Schweizer Diözese im Zweijahresrhythmus eine Pfarrei bestimmen, die von der Epiphaniekollekte profitieren kann. In ihrem Aufruf zur Epiphaniekollekte 2018 bitten die Schweizer Bischöfe und Territorialäbte alle Pfarreien um ein deutliches Zeichen gelebter Solidarität.

Inländische Mission/kh